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WMDEDGT – 5. des Monats – Tagebuchbloggen

Mei, jetzt wär des beinah‘ untrgangen bei mia. Heut‘ isch joa de Fimfte des Monads.

Und damit heisst es mal wieder: Frau Brüllen ruft auf zur Beantwortung der Frage: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag?

Keine Sorge, ich schreibe jetzt nicht in Mundart weiter. Das ist mir viel zu anstrengend, ich müsste in meinem Kopf erstmal alles in Bayrisch-Schwäbisch übersetzen.

Viele Bilder gibt es heute leider nicht.

Die Nacht ist einmal kurz gegen 2 Uhr zuende. Um diese Zeit werde ich aktuell kurz wach. Normalerweise kann ich schnell weiterschlafen. Allerdings ist mein Mann etwas erkältet und schnarcht dadurch etwas. Nicht schlimm, aber ich kann dann nicht wieder einschlafen. Also ziehe ich um ins Bett der Hexe, selbige liegt ohnehin bei uns. Durch die Eingewöhnung bei der Tagesmutter schläft sie zwar bei sich ein, aber schläft dort nicht lange und will ins große Bett. Kein Thema, ist ja genug Platz.

Nachdem ich umgezogen bin, schlafe ich dann relativ schnell wieder ein und werde um kurz nach halb 6 wieder wach. Nicht lange danach höre ich es im Flur trapsen, die Gewitterhexe ist wach und hat entsprechend auch meinen Mann aus dem Bett geschmissen. Ich stehe auf, die Gewitterhexe bekommt Frühstück, ich mache Kaffee und bereite meine Arbeitsverpflegung vor. Dann frühstücken mein Mann und ich.

Ich frage die Gewitterhexe, ob sie heute wieder zur Tagemutter und den anderen Kindern geht. Sie quietscht mich daraufhin begeistert an, springt mir fast vom Arm und schiebt ihren Stuhl in den Flur. Heisst so viel wie „Mach hinne, ich will los.“ Das freut mich sehr, die Entscheidung scheint die richtige gewesen zu sein. Da ich ja arbeite, macht mein Mann die Eingewöhnung. Von dem was er berichtet, scheint es gut zu laufen. Hatten wir aber auch irgendwie vermutet, nachdem sie sich schon beim Kennenlernen dort wohl gefühlt hat. Mich freut auch sehr, dass sie sich wohl ganz gut gegen ein anderes Mädchen durchsetzt, wenn sie ihr etwas weg nehmen will. Das hatte sie so bisher noch nicht, von daher klasse, dass sie weiss, was sie will (und nicht will).

Um 20 vor 8 gehen wir los. Viiiiiiel zu früh, aber hej, das Kind will unbedingt los. Ausserdem brauchen ich noch eine Fahrkarte. Ich hab zwar eine, aber im Tran für den nächsten Monat gekauft. Hätte es wohl umdingsen lassen können, aber ich brauch ja auch ein Ticket zum Hinfahren dazu und überhaupt.

Um 8 sitzen wir in der Tram, weil es anfängt zu regnen. Zur Tagesmutter sind es nur zwei Stationen. Gewitterhexe ist entsprechend sauer, dass sie schon wieder aussteigen muss. Die Leute in der Tram schauen. Dabei brüllt sie ja nicht vor Trennungsschmerz, sondern weil sie noch fahren will. Sie fährt nämlich für ihr Leben gern mit Tram und Zug.

Ich fahre weiter, zeige meine Fahrkarte bei den Stadtwerken vor. Die 7€ Bearbeitungsgebühr kann ich überweisen. Wieder was erledigt. Vor der Arbeit noch Tee für mich (ich zahl doch keine 0,40€ pro Tasse Kaffee in die Kaffeekasse. Kenne sowas als nur als freiwillige Sache.) und für uns generell Ketchup geholt, dann zur Arbeit. Im Grunde viel zu früh da. Nicht gut. Noch unguter, meine Kollegin, die mich nun richtig einarbeiten soll, ist nicht da. Hoffentlich dann morgen.

Mein Arbeitstag war dann heute entsprechend so:

 

ÖÖÖÖÖÖÖDE. Und chaotisch. Und mit Fehlern. Kein Wunder, wenn man von irgendwas ausgeht. Fehler entstehen immer dann, wenn man von irgendwas ausgeht, was dann nicht so ist. Kommunikation und so. Ich tue mich ehrlich schwer damit, wenn etwas von aussen ordentlich scheint und dann Chaos pur ist. Lieber anders herum. Mal sehen, wie das wird.

Mittlerweile ist es Mittag, es sind neue Reise-Kataloge da. Zeit zum Träumen….

 

So sehr ich es der Gewitterhexe, die Papageien liebt und meinem Schwiegervater, der gern Rad fährt, gönne, wenn ich die Preise sehe, da bleibe ich dann doch lieber innerhalb Europas. Und ganz ehrlich, zum Entspannen reicht auch ein Zelt irgendwo am Meer. Ich muss dafür nicht in die Ferne schweifen. Auch wenn es sicher schön ist.

Die Uhr erlöst mich um 14:30 Uhr. Ich schnappe meine Sachen und falle in die Tram. Das ist das Feine an dieser Arbeitsstelle, Tram vor der Haustür. Rein in die Tram, zuhause nach ca.30 Minuten Fahrt wieder raus. Die Tagesmutter liegt auf der Strecke, ich schlage dort zum Abholen dann Punkt 15 Uhr auf. Geht es besser? Kaum. In der Tram teilt mir mein Mann noch mit, dass die Gewitterhexe gerade erst aufgestanden ist. Huh, zweieinhalb Stunden Mittagsschlaf. Da war wohl wer müde. Kein Wunder nach den ganzen Vormittag mit anderen Kindern spielen.

Als ich um 15 Uhr zuhause ankomme, steht mein Mann in der Küche und macht essen. Die Gewitterhexe hat vorher die Kartoffeln aussuchen dürfen und spielt mit ihrem Ting-Buch. Als sie mich sieht „Mama, arbeiten!“ Genau, Mama war arbeiten. Wir kuscheln kurz, dann frage ich sie, ob sie Spaß hatte, sie grinst und nickt.

Nach dem Essen, so ca. gegen 16 Uhr, gehen wir noch ein wenig raus auf den Spielplatz. Wir haben einen anderen, sehr schönen gefunden. Der ist etwas dichter dran und hat ein Klettergerüst, bei dem sie schnell den Dreh raus hatte und mit Begeisterung hoch klettert. Und dann rutscht.

 

Ich gehe noch flink zum Bäcker und organisiere eine Kleinigkeit für einen späten süßen Snack. Etwa 20 vor 18 Uhr treten wir den Heimweg an. Zuhause bekommt die Hexe einen Keks, wir gönnen uns Nussecke und Tee. Danach isst sie noch ein paar Kartoffeln und geht dann ins Bett.

Ich zeichne noch eine Podcast-Folge auf, denn mein Mann hat frei und kann die Hexe ins Bett bringen.

Den Abend lasse ich gemütlich mit meinem Mann auf dem Sofa ausklingen. Alt werden wir heute sicher nicht, die Hexe steht bekanntermaßen früh auf.

 

Mehr Alltagsgeschichten findet Ihr wie immer hier.

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