Allgemein

Was interessiert den Stein das Wasser?

So grundsätzlich, auf kurze Sicht gesehen, nicht viel. Der Stein ist Stein, das Wasser ist Wasser. Beide bedingen sich nicht. Aber, das Wasser nutzt den Stein ab und auch den Untergrund, auf dem er liegt. Entweder der Stein rollt im Flussbett weiter und entgeht so vorübergehend weiterer Abnutzung oder er bleibt liegen und wird nach und nach zu Sand zermahlen.

So geht es mir nach einer Woche Arbeit. Es ist nicht das Arbeiten an sich. Es ist die Tatsache, dass ich nicht eingearbeitet werde, mir alles brockenweise hingeschmissen wird, dadurch Fehler entstehen und mir diese angekreidet werden, als würde ich sie machen, weil ich zu dumm bin. Ich bin nicht zu dumm, hellsehen kann ich allerdings auch nicht (und selbst wenn, würde ich es wohl nicht dafür nutzen). Etwas einmal zeigen reicht wohl in den seltensten Fällen aus. Fragen soll ich, kann ich aber nicht, weil grundsätzlich das Telefon klingelt (und das alles wichtiger ist)oder die Chefin rauchen ist oder generell nicht richtig zuhört und dann rumrödelt und ich genauso schlau bin wie davor oder es heisst direkt „machen sie das mit der Kollegin“. Diese ist nur 3 mal die Woche für ein paar Stunden da und hat selbst massig rumliegen. Überhaupt habe ich weniger das Gefühl, dass der Bahnbereich wirklich laufen, als dass ich einfach den Praktikanten ersetzen soll. Im Gegensatz zum ihm, erhalte ich zwar Lohn, einsehen tue ich das trotzdem nicht. Es zeigt sich mal wieder Schein und Sein sind eben doch zwei Paar Schuhe.

Und da ich nach einer Woche so dermaßen erschöpft bin, wie schon lange nicht mehr in meinem Leben, heisst es für mich auch entsprechende Konsequenzen ziehen. Einfach kündigen geht nicht, das gäbe eine Sperrung durchs Arbeitsamt und meinen restlichen Anspruch will ich so sicher nicht her schenken. Aber zum Arzt kann ich gehen, die Sache schildern, eventuell doch auch mal eine weitere Diagnostik anstoßen, denn vor der Schwangerschaft ging es mir während der Arbeit genauso. Im Grunde genommen schon seit einigen Jahren, mehr oder weniger intensiv und egal welche Arbeit und welcher Arbeitgeber.

Natürlich habe ich überlegt, morgen arbeiten zu gehen. Aber vom Bauchweh, dass ich dann bekomme abgesehen, weiss ich, dass es dann auf lange Sicht richtig Krach gibt. Eben weil ich mich nicht einschüchtern lasse, mir den Schwarzen Peter eben nicht einfach zuschieben lasse und das entsprechend kommuniziere. Was dann dazu führt, dass meine Chefin mich doof anschaut, als hätte man ihr noch nie widersprochen (was wahrscheinlich auch der Fall ist). Würde auf kurz oder lang zu einem Streit führen, da ich nicht mit Unterstützung rechnen brauche, will ich mir das gar nicht erst antun. Es würde ohnehin nichts ändern. Und auf eine Abwärtsspirale, die dann wieder zu noch mehr Schlaflosigkeit, Kopfweh und schlechtem Befinden führt, habe ich genauso wenig Lust. Einmal reicht.

Es ist schade, ich hatte mich wirklich darauf gefreut wieder in diesen Bereich einzusteigen. Allerdings geht das nicht, ohne Einarbeitung, vor allem auch, weil ich die ganzen Kunden nicht kenne und es kein brauchbares Kundenmanagementsystem gibt, in dem ich Sonderwünsche & Co. nachlesen könnte. Wenn ich schon arbeiten gehe, dann will ich ordentlich und strukturiert arbeiten in einem Umfeld, dass mich unterstützt und weiterhilft und nicht bei jeder Gelegenheit kontrolliert und den Holzhammer raus holt.

 

3 thoughts on “Was interessiert den Stein das Wasser?

  1. Liebe Maria, ich finde es gut, dass du auf dich achtest. Sonst tut es (außer deinem Mann) keiner. Hochsensible Menschen sind in einem „normalen“ Arbeitsfeld einfach fehl am Platz. Sorge für dich und bleib gesund. Das Richtige wird schon kommen. Alles Liebe ♥ Martina Maria

    1. Liebe Martina, danke für Deine Worte. Ja, die Hochsensibilität wird auch noch ihr übriges dazu beitragen. Deswegen auch der Gedanke mit meinem Hausarzt dann doch mal weitere Diagnostik zu besprechen. Die Symptome hatte ich auch schon bei anderen Arbeitgebern, die Zeit bis sie auftauchen wird auch immer kürzer. Vielleicht spielt noch was anderes mit rein. Ich sortiere mich jetzt erst einmal neu und schaue, was kommt.
      Liebe Grüße, Maria

Kommentar verfassen