Achtsamkeit, Alltag, Beharrlichkeit

Warum es gut ist, seinen Standpunkt zu haben – eine Lektion in Beharrlichkeit

Wer meinem Blog schon etwas länger liest, weiss um die Problematik Betreuung und Arbeit. Unser Versuch mit der Krippe ist nach einem halben Jahr“gescheitert“, es hat für uns einfach nicht mehr funktioniert. Der Gewitterhexe gefiel es sichtlich nicht mehr, sie begann sich zu verschliessen, ein Personalwechsel und das Verhalten der neuen Erzieherin brachte für uns das Faß zum Überlaufen. Nach einiger Zeit Ruhe, Umsortieren und der Entscheidung vorerst nicht umzuziehen, begannen wir die Suche nach einer Tagesmutter. Entscheidung dafür fiel basierend auf unserer Erfahrungen mit dem durchgetakteten Alltag in der Krippe. Dabei ist die Gewitterhexe mit ihrem eher ruhigen Auftreten oft untergegangen. Eine Tagesmutter kann einfach individueller auf die Kinder eingehen, es ist alles kleiner, gemütlicher, familiärer. Dazu hat sie sich bei derjenigen, auf die unsere Wahl fiel, direkt sichtlich wohl gefühlt.

Beworben habe ich mich seit Krippenstart und bin immer wieder an den gewünschten Arbeitszeiten gescheitert. Und wenn es nicht daran lag, dass ich mein Kind nicht 12 Stunden in Betreuung geben will, dann daran, dass ich mich tatsächlich weigere zum Mindestlohn zu arbeiten. Warum? Weil der sich nur rechnet, wenn man in Schichten nachts und am Wochenende arbeitet, ansonsten käme weniger raus, als mein aktuelles ALG. So sehr drückte die Zeit dann doch nicht. Auch wenn es oft sehr an den Nerven zerrte, vor allem, weil ich oft trotz expliziter Zeitangaben eingeladen wurde und man aus allen Wolken fiel, dass ich keine Schichten arbeiten kann (und will). Nicht nur, weil ich nicht von meinem Mann bzw. dessen Arbeitgeber verlangen kann, sich nach mir zu richten und ich keine Lust auf Terminkalenderplanung meines Familienalltages habe. Es ist für mich auch physisch gar nicht leistbar. Die Gewitterhexe steht zwischen halb 6 und 6 auf, seltenst um halb 7. Ich müsste als früh aufstehen, mein Kind fertig machen, in die Betreuung bringen, mit Glück hab ich dann Energie für den Haushalt, dann gehe ich arbeiten, mein Mann/irgendeineFormvonBabysitter holt mein Kind ab, kümmert sich, bringt es im ärgsten Fall ins Bett, ich komme spätabends/nachts heim, brauche Zeit, um zur Ruhe zu kommen, schlafe mit Glück dann zwischen 24 und 1 Uhr und stehe dann um halb 6 wieder auf. /nicht. Definitiv sicher nicht. Und so lange mein Mann hauptsächlich nachts arbeitet, würde es genau so laufen. Wenn ich arbeiten gehe, muss es finanziell und vom Ablauf her laufen. Darauf bestehe ich, die Familie steht für mich da einfach höher.

Und nun? Tja, ich fange ab dem 1.9.17 wieder an zu arbeiten. Gleichzeitig startet mein Mann mit der Gewitterhexe die Eingewöhnung bei der Tagesmutter. Diese ist 15 Minuten zu Fuß oder 5 Minuten mit der Tram, direkt an der Tramlinien, die ich auch für meinen Arbeitsweg nutze. Arbeiten werde ich vorerst 9-14:30, wenn es geht später ab 8:30, da schauen wir dann aber. Meiner neuen Chefin sind die Zeiten nicht so elementar wichtig, wichtiger ist, dass der Laden läuft. Auch musste ich nicht groß um mein Gehalt verhandeln, mich auch nicht unter Wert verkaufen (und nach der Probezeit „schauen wir dann nochmal“). Soweit passt alles, hoffen wir, dass es so bleibt.

Es zeigt sich, dass beharrlich aushalten und seinen Prinzipien treu bleiben, seine Früchte trägt. Es dauert freilich länger, als wenn man sich anpasst, dafür sind die Früchte bei weitem nicht so sauer.

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