Unser Besuch im APC Kempten

Wir hatten es schon lange vor und immer wieder verschoben. Jetzt war es nun aber doch so weit. Dank Feiertag, Bombenwetter und dann hatte mein Mann auch noch frei. Perfekt um etwas zu unternehmen. Die Gewitterhexe fährt ohnehin gern Zug und die Fahrt ist nicht allzu weit, also Sachen gepackt und auf gings: in den Archäologischen Park Cambodunum (kurz APC) in Kempten. Die Zuganbindung dorthin ist von hier aus ziemlich gut. Ich fahre im Grunde sehr gern mit dem Zug, bin so gesehen damit groß geworden. Nur die anderen Fahrgäste, die sind nicht unbedingt immer ein Vergnügen. Was unser Vergnügen jedoch nicht trüben sollte, sich ärgern bringt ja ohnehin nichts.

In Kempten Hauptbahnhof stiegen wir um, denn die Alternative wäre eine längere Busfahrt gewesen. Spaß macht umsteigen mit Buggy an einem Bahnhof ohne Fahrstuhl nicht so wirklich, wiegt aber die 35 Minuten Zeitersparnis auf. Die Gewitterhexe machte auf dem restlichen Fußweg ein Nickerchen im Buggy.

Der Eintritt beläuft sich für 2 Erwachsene auf insgesamt 8 €, Kinder unter 10 Jahren sind kostenfrei. Die Eintrittskarten werden für den Gallo-römischen Bezirk und die kleinen Thermen benötigt. Der restliche Park mit Spielplatz, Taberna und Forum/Basilika sind frei zugänglich.

 

Im wahrsten Sinne des Wortes auf den Spuren der Vergangenheit (links Basilika, Mitte und rechts gallo-römischer Bezirk).

 

 

 

In den Spielplatz habe ich mich direkt verliebt. Normalerweise bin ich überhaupt kein Fan davon, dieser ist jedoch richtig toll. Sehr weitläufig, ohne großen Schnickschnack und ein Teil liegt immer irgendwie im Schatten. Gerade im Sommer mit einem Kind, dass sich weigert einen Sonnenschutz auf dem Kopf zu tragen super. Es gibt einen Sandkasten in Form einer Galeere (mal was anderes als das klassische Spielhaus), einen langen Wasserlauf mit Handpumpe und einer Wasserschraube, ein Trampolin, 2 Schaukeln (plus ein Stück weiter eine Nestschaukel) und einen Kletterbereich der, passend zu den Ausgrabungen, mit römischen Legionären gestaltet ist.

 

 

 

 

 

Von den restlichen Bereichen habe ich keine Bilder, ebenso nicht von den kleinen Thermen und der Taberna, vor allem dem leckeren Essen dort.

Bevor wir zur Basilika gingen, ruhten wir uns auf einer der vielen Bänke im Schatten aus. Vor uns stand eine Eberesche. Während wir uns mit Möhren- und Gurkenschnitzen etwas erfrischten, saßen vor uns im Baum Vögel, die sich die Beeren der Esche schmecken liessen. Es ging ein leichter Wind und es war ganz wunderbar ruhig. Die Hexe und ich hätten dort wohl noch ewig sitzen können, meinen Mann trieb es dann doch weiter (der Wissensdurst).

Zufälligerweise hatte Luisa, Zeit für uns, was den Nachmittag noch schöner machte. Wir besuchten noch die kleinen Thermen, ein spannender Teil der römischen Kulturgeschichte. Immer wieder amüsierend, die Gemeinschaftslatrine, von denen aus sich Gerüchte ungefähr so schnell verbreiteten, wie die entsprechenden Gerüche (die Ähnlichkeit der Worte kommt sicher nicht von ungefähr).

Während die Gewitterhexe auf dem Spielplatz spielte (und in die Wassergrube vor der Schraube fiel, zumindest so halb, das ganze aber witzig fand, vor allem, weil sie dann ihre Hose los wurde), liessen wir uns in der Taberna zu leckerem Essen, Wein und Gesang, äh Gespräch, nieder. Es gab lukkullische Wurst, eine Schafskäsecreme mit Honig und Nüssen und dazu Würzwein. Zwischendurch mussten wir etwas mit den Wespen teilen. Es zeigte sich, dass ruhig verhalten und die Wespen lediglich vom Kind wegschieben, wesentlich mehr brachte, als wildes Herumwedeln. Die gelb-schwarz gestreiften Flieger holten sich kurz, was sie brauchten und wir aßen ganz in Ruhe.

Am späten Nachmittag, gestärkt, ein wenig müde und voller toller Eindrücke, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Auch auf dem Rückweg klappte sie Zuganbindung wunderbar.

Allein wegen dem Spielplatz würde ich jeder Zeit wieder dort hin fahren. Dazu die geschichtsträchtige Umgebung, je früher und freier Kinder damit in Kontakt kommen, umso besser. Der Park ist einfach toll und absolut als Ausflugsziel für die ganze Familie zu empfehlen.

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