Nachhaltigkeit

There’s a new cup in town

Oder auch:Der Trend geht zur Dritt-Tasse.

Ich habe ja vor einer ganzen Weile schon mal über meine Erfahrungen mit einer Menstruationstasse, in dem Fall die Lilycup von Intima, berichtet.

Nun gibt es seit kurzem eine neue Cup, die es mir schon seit der Ankündigung angetan hat. Sie soll eine Tasse sein, die für alle passen soll. Da ich nun insgesamt 3 Tassen habe und mich das Design der neuen Cup, der Merula, so anspricht, kam ich nicht umhin sie zu kaufen.

v.l.n.r
Lilycup, Meluna, Merula

Die Merula gibt es in vier Farben: strawberry (pink), mermaid (blau), sun (gelb) und apple (grün). Niedliches Extra, die Aufbewahrungssäckchen bilden das entsprechende Design ab. Sprich, bei meiner blauen Tasse im Design Mermaid, sind, wie man oben sehen kann maritime Motive abgebildet.

Mich hat die blaue Tasse von Anfang an angesprochen. Die Farbe ist einfach toll. Ausserdem ist das Design der Tasse an sich richtig schön. Ganz simpel und doch hat sie irgendwie das gewisse Extra. Menstassen in dieser Form gibt es nicht so wirklich viele. Zumindest fällt mir ausser der Femmy keine ein. Egal, zurück zur Merula.

Sie wirkt neben den beiden trichterförmigen Tassen kleiner, hat aber von allen drei Tassen das größte Fassungsvermögen: fast 40 ml. Ausgeschrieben ist sie mit 38 ml, das kann ich bestätigen, ich habe mit Wasser nachgemessen. Damit ist sie dann noch nicht mal bis zur oberen Kante des Randes voll, sondern bis zur unteren Kante dessen. Die Lilycup fasst im Vergleich dazu gleich mal 10 ml  weniger, auch das habe ich nachgemessen. Das geringste Fassungsvermögen hat die Meluna, diese ist auch eher meine Tasse der Wahl für die leichteren Tage zum Ende der Mens hin. Die Merula ist ausserdem die härteste Tasse von den dreien. Lilycup und Meluna sind ungefähr gleich hart (oder weich, liegt ja im Auge des Betrachterss), wobei die Lily durch die Verstärkungen an Vorder- und Rückseite etwas härter wirkt.

Die Härte der Merula macht sich direkt beim Falten bemerkbar. Falten und Einsetzen ist erstmal tricky. Auch spürt man im ersten Moment sehr, dass die Merula eine relativ harte Tasse ist. Hat man sich daran gewöhnt und den Bogen beim Einsetzen raus, merkt man wirklich nichts, aber so überhaupt gar nichts von dieser Cup. Ich war platt.

Auf der Hand und mit ungekürztem Stil wird wirkt sie nicht mehr so klein und man kann das Fassungsvermögen erahnen.
mit gekürztem Stil

Als erstes passte ich den Stil für mich an. Eigentlich soll für einen hohen Muttermund der Stil in seiner vollen Länge dran bleiben. Allerdings kann ich es aber so gar nicht leiden, wenn ich irgendwas in der Nähe des Scheideneingangs spüren. Das ist nämlich der Minuspunkt bei Meluna und Lilycup. Die Lily ist schon so weit gekürzt, wie es geht, dennoch spüre ich den Stil immer mal wieder. Es stört nicht, aber grad an Tagen, an denen der MuMu ein bisschen die Lange verändert, da stört das extrem. Mit dem ganz kurzen Stil kann ich die Merula die ganze Menstruation über nutzen, egal wo sich der Muttermund rum treibt. Gerade zum Ende hin kommt er etwas runter, die Blutung ist aber noch zu stark, um die Tasse weg zu lassen. Der Stil ist übrigens sehr weich, so dass er auch in voller Länge im Grunde nicht zu spüren ist. Ich bin da ein bisschen Prinzessin auf der Erbse.

Als nächstes kam das Falten. Es gibt ja unterschiedliche Techniken. In der Beschreibung zur Merula wird die Punchdown-Faltung empfohlen. Nach einigem Rumprobieren kann ich dem nur beipflichten. Die Punchdown-Faltung ist in diesem Falle die passendste Wahl. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es im Grunde nur wichtig ist, dass der Rand sich entfaltet. Die restliche Tasse darf wohl geknautscht bleiben.

gefaltet

Es hat nicht wirklich viele Anläufe gebraucht, um zu merken, dass sich die Tasse entfaltet und sich das Vakuum bildet.

Beim ersten Einsetzen, da noch quasi Trockenübung, weil meine Periode noch nicht begonnen hatte, dachte ich dann doch erstmal „Huch, ob mir so eine harte Tasse wirklich taugt?“. Wie erwähnt, spürt man den Unterschied doch recht deutlich im ersten Augenblick. Es dauert allerdings nicht lange und das vergeht. Vor allem, wenn sie dann wirklich so sitzt, wie sie sitzen sollte. Was mir direkt auffiel, war das wesentlich leisere Aufploppen und das nicht vorhandene leichte Ziehen, wenn die Tasse vor dem Muttermund sitzend das Vakuum aufbaut. Bei meinen anderen beiden Tassen habe ich immer ein leichtes Ziehen. Gleichzeitig spart mir das das Prüfen, ob die Tasse fest sitzt. Wobei auch bei der Merula ein leichtes Zupfen am Stil reicht. Und ab diesem Moment war die Tasse dann auch vergessen. Ernsthaft. Ich habe es tatsächlich, nicht zuletzt durch das in Beschlag genommen werden durch die Gewitterhexe, geschafft das Leeren komplett zu vergessen. Erst als sie sich am nächsten Tag morgens, nach fast 24 Stunden dann auf dem WC allein löste, erinnerte ich mich, dass ich vielleicht mal leeren sollte. Das faszinierende, die Merula war nicht randvoll. Sie war sehr voll, bis knapp zur unteren Kante des Randes. Und das an einem meiner sehr starken Tage. Mit der Lily wäre das nicht möglich, allerspätestens nach 12 Stunden, besser nach 8 musste ich diese leeren. Und dann war sie an einem starken Tag auch bis unter den Überlaufschutz voll. Natürlich sollte man die Tasse nicht so lange drin lassen, ich muss mich allerdings wirklich aktiv daran erinnern.

Mein Fazit: Ob die Merula von der Härte her tatsächlich für alle Beckenböden geeignet ist, vermag ich nicht beurteilen, da mein Beckenboden recht gut trainiert ist. Vorstellen kann ich es mir ob des angenehmen Materials und der Tatsache, dass der Bereich ab der Wölbung wieder weicher wird, allerdings gut. Sie ist auf jeden Fall für jeden MuMu-Stand und jede Blutungsstärke geeignet. Ich glaube, es gibt kaum Tassen, die so ein großes Fassungsvermögen haben. Von mir aus eine klare Empfehlung. Die Merula hält, was sie verspricht.

10 thoughts on “There’s a new cup in town

  1. Ich habe mir heute auch eine neue bestellt, nachdem ich mit dem Femmy ja mal so gar nicht klar kam.
    Ich hoffe auf Erfolg.

    Mit der Merula habe ich auch schon geliebäugelt, allerdings haben mich einige Erfahrungsberichte etwas abgeschreckt, gerade in Bezug auf hohen MuMu stand.
    Ist der bei Dir auch sehr hoch?
    Aber wenn ich „tricky“ lese, weiss ich, dass das wahrscheinlich kein Cup für mich wäre…

    1. Ich denke, es gibt keine Cup, die am Anfang nicht tricky ist. Erfahrungsberichte lese ich bei sowas eher selten, zu individuelle Faktoren.
      Die Merula ist genial bei hohem MuMu. Ich hab meinen Stiel ja aufs Kürzeste und finde sie a) problemlos und krieg sie b) problemlos raus. Ich muss bei mir nur drauf achten, dass die Cup nicht zu feucht ist beim Einsetzen, dann funktioniert es reibungslos. Und die Faltung sollte auf einer Linie mit dem Stiel und selbiger parallel zum SE sein (und nicht quer).
      Die Femmy käme für mich nie in Frage, ich finde die klaren Tassen schrecklich.

      1. Ich habe heute ein neue Tasse im Briefkasten gehabt.
        Feecup heisst das gute Stück… ich bin gespannt!
        Die klaren Tasssen schrecklich wegen der Verfärbung?

        1. Ne, die farbigen können sich genauso verfärben (wobei sich das mit erst kalt ausspülen vermeiden lässt).
          Feecup hab ich schon mal beim Durchklicken gesehen. Ist auch eine trichterförmige, oder? Bin gespannt, ob sie Dir taugt.

          1. Ja genau.
            Mir wurde Feecup oder alternativ Lilycup empfohlen.
            Den Lili hast Du, oder?
            Hab mich für den Fee entschieden, weil ich spontan gedacht habe, dass der MuMu da einfacher reinzufriemeln ist.
            We will see.
            Ich hoffe es… bin nämlich total davon überzeugt und möchte so gerne, dass es klappt
            Warum magst Du die klaren Cups dann nicht?

          2. Der MuMu muss doch gar nicht in die Tasse rein, sie sollte nur davor sitzen. Ja, den Lily hab ich. Find den nicht schlecht, ist mir trotz hohem MuMu nen Ticken zu lang, wenn die starken Tage rum sind.

            Ich mag sie einfach nicht. Find durchsichtig irgendwie öde, keine Ahnung. Haben auch alle so ein fades Design (ja, ich bin in mancher Hinsicht ein Designopfer).

          3. Bein Femmy sass mein MuMu immer mit drin, tiefer konnte ich den gar nicht tragen, dann wurde er undicht.
            So wie ich das bei FB verstanden habe, kann man ihn im Cup tragen oder so, dass der Cup darunter sitzt.

            Ploppt die Lily denn gut?

            Ja… ich wäre auch für Glitzertassen oder Regenbogenfarben
            Der Feecup ist ja immerhin schonmal rosa… wir nähern uns

          4. Ich kenns so entweder direkt vorm MuMu oder halt etwas tiefer, aber nicht mit dem MuMu in der Tasse. Die Lily ploppt gut bei mir.
            Glitzer müsste jetzt nicht sein, aber generell mehr Farbe. Die Yukii Rainbow ist auch bunt, soll aber sehr weich sein (was mir wiederum nix nutzt).

          5. Vielleicht ist das nur beim Femmy so?
            Da steckte der MuMu drin.

            Weich ist auch nix für mich. Habe erstaunlicherweise einen sehr guten Beckenboden

          6. Keine Ahnung, find die Femmy vom Design her schon grauselig 😉
            Vielleicht taugt Dir die Fee ja wirklich mehr.

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