Flexibiltät #elternmachenaufstand die Zweite

Ich hatte heute wieder ein Vorstellungsgespräch für eine geringfügige Anstellung. Wie das verlief will ich gar nicht groß schildern, allerdings ist mir etwas aufgefallen, was mich doch nachdenklich gemacht  hat.

Arbeitgeber verlangen von ihren (zukünftigen) Mitarbeitern ganz besonders eines: Flexibilität. Sie selbst erfüllen diese Erwartung jedoch nie. Sie verlangen dass man Schicht arbeitet, am Wochenende oder verlangt für eine geringfügige Anstellung eine Stundenanzahl mit der man schon deutlich in der Teilzeit ist, aber nicht wie Teilzeit bezahlt wird.

Grundsätzlich bin ich ein flexibler Mensch. Ich kann mich auf vieles einlassen, habe keine Probleme damit Kompromisse zu finden und einzugehen. Allerdings erwarte ich das von meinem Gegenüber auch. Ist heutzutage nicht gegeben. Und so hängen Eltern als Sklaven von Terminkalendern zwischen allen Stühlen. Dienstzeiten und KiTazeiten passen in den seltensten Fällen gut zusammen. Von Schichtarbeitern mal ganz zu schweigen. Was nützt einem der Anspruch auf einen Betreuungsplatz, den zudem das Kind hat und nicht die Eltern, wenn zwei der drei Beteiligten auf ihre Vorstellungen beharren und Eltern gezwungen sind dazwischen einen Spagat hin zu bekommen? Und von beiden Seiten gibt es kein Entgegenkommen. Geschweige denn gescheite politische Vorgaben. Gute Ansätze werden ja direkt im Keim erstickt (aber wir haben natürlich  keinen Lobbyismus in Deutschland, nein, wirklich nicht).

Unsere Gesellschaft, unsere Wirtschaft, unsere Politik schreit nach Flexibilität, verlangt diese vehement und ist selbst so flexibel wie eine Betonplatte. Ein wenig schizophren, nicht wahr?

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