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Papier ist geduldig, Blogs übrigens auch

Blogs, die virtuellen Tagebücher, öffentliche Darstellungen des Innersten auf virtuellem Papier. Man kann über vieles Schreiben. Früher ins Tagebuch, heute ins Netz. In letzter Zeit immer wieder in meinen Feeds aufgetaucht: Texte über die Liebe zu den eigenen Kindern. Wie sehr man sie doch liebt. Und, dass sie die tollsten sind. Und, dass sowieso immer alles toll ist, egal was so passiert ist.
Nun, schreiben kann jeder viel, wenn der Tag lang ist. Auch das virtuelle Papier ist da sehr geduldig. Und im Gegensatz zum echten Tagebuch vergilbt es nicht mal, sondern das geschriebene wird immer in den Weiten der virtuellen Welt vorhanden sein. Was im Übrigen auch bedeutet, dass man sich seine Aussagen auf ewig vorhalten lassen muss. Also ist das, was man da von sich gibt, besser ehrlich und wahrhaftig. Echt empfunden. Und nicht geschrieben, weil irgendwie grad alle Blogger(-Eltern) etwas in dieser Art schreiben.
Generell, über Liebe, in welcher Form auch immer, kann man viel schreiben, wenn der Tag lang ist. Ein Grund, weswegen ich nie eine Freundin von Liebesbriefen war (und bin). Leben oder besser vorleben, dass ist das, was den Unterschied macht. Ich kann viel darüber schreiben, wie sehr ich meine Tochter liebe, doch was hätte sie davon, wenn ich den halben Tag an einem toll klingenden Blogbeitrag feile, anstatt sie spüren zu lassen, was sie mir bedeutet? (Es hat Gründe, warum ich manchmal mehrere Wochen brauche, um einen neuen Beitrag zu schreiben.)
Erst das Leben leben, die Gefühle empfinden, auf sich wirken lassen, die Wogen gemeinsam meistern. Dann alles in der virtuelle Tagebuch schreiben. Lobhymnen lesen sich besser, wenn sie echt empfunden sind. Denn dann lesen sie sich auch in einigen Jahren noch schön. Oder wenn die Kinder dann selbst lesen können und auf den Blog stoßen.
Also nie vergessen: Papier ist geduldig. Blogs auch. Die merken sich alles für immer.

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