Nach den Ferien ist vor den Ferien

Die erste Woche nach den Ferien aka Krippenschließzeit über Weihnachten und Neujahr ist fast vorbei. Meine kleine Gewitterhexe hat mich mal wieder ungemein überrascht. Ich habe ja immer mal angemerkt, dass sie gerade etwas lauffaul ist. Nun, als ich sie dann am Montag zur Krippe gebracht habe, ging es auf einmal wieder. Sowohl auf dem Hin- als auch auf dem Rückweg. Wir hatten gedacht, es läge vielleicht an den Schuhen. Der Grund war wohl eher die Enttäuschung, dass es nicht zu den anderen Kindern geht, sondern nur spazieren. Was auch erklärt, warum beim Einkaufen Laufen auch nie ein Problem war. Da hat man ja auch gut zu tun. Dass sie sich eventuell etwas langweilt, habe ich ohnehin vermutet. Wobei langweilen nicht ganz passend ist. Sie ist ja auch daheim gut beschäftigt. Aber es ist eben was anderes, allein oder mit Mama und Papa zu spielen, als mit anderen Kindern.

Montag gab es in der Früh fröhliches Gequietsche und zappelige Aufregung, als es daran ging sich zur üblichen Zeit fertig zu machen. Als es ans Schuhe anziehen ging, gab es sowieso kein Halten mehr. Draussen wollte sie unbedingt runter. Und stiefelte dann los. Erst an der Hand, dann allein bis zur Ampel. Da ließ sie sich dann sogar ohne Theater in den Sling setzen, denn über die Straße und in der Straßenbahn trage ich sie lieber. Dann lief sie vom Parkplatztor der Krippe bis zum Fahrstuhl und von dort zu ihrem Garderobenplatz. Sie kennt sich gut aus da, mein Gewitterhexlein. Weiss genau, wo sie hin muss. Setzt sich hin und zuppelt an ihren Sachen. Ausziehen geht natürlich nicht schnell genug. Der Vorteil im Winter ist, dass ich ihr nur Stiefel und Schneeanzug ausziehen und Stoppersocken anziehen muss. Das geht doch um einiges schneller als Hose, Schuhe und Jacke ausziehen, aufhängen und dann Socken anziehen (Hausschuhe „verliert“ sie immer). Als wir dann auf dem Flur noch eine ihrer Bezugserzieherinnen trafen, war es endgültig vorbei. Schwups war mein Kind weg und bei ihr. Nicht mal verabschiedet hat sie sich. Aber gestrahlt über das ganze Gesicht hat sie und ist direkt auf das Spielzeugregal zugesteuert. Wenn ich es nicht besser wüßte, würde ich meinen, sie geht schon seit Jahren dort ein und aus.

Heute wollte sie dann aber doch nochmal ganz fest gedrückt werden, bevor sie fröhlich in den Gruppenraum verschwand und sich dort dann auch erstmal von der Erzieherin knuddeln ließ. Das ist etwas, was ich sehr schön finde in unserer Einrichtung. Jedes Kind wird einzeln empfangen, auf den Arm genommen oder zur Begrüßung umarmt und jedes Kind wird gefragt, ob es ihm gut geht.Die etwas älteren Kinder nehmen das zwar nicht mehr so dolle in Anspruch, aber für die kleineren ist das echt schön. Die Frage, ob alles gut ist, geht natürlich auch an die Eltern, während der Begrüßung, so kann man sich auch schnell austauschen, falls es etwas wichtiges gibt.

Ich habe mir diese Woche noch etwas „Ruhe“ gegönnt. Heisst, keine Bewerbungen (dafür habe ich letzte Woche mehr geschrieben, damit der Schnitt passt), nichts für die Ausbildung. Meine täglichen 5 Minuten Lernen mit Sprachapp. Ansonsten einkaufen, kochen, waschen und, wenn das Gewitterhexlein dann schläft, daddeln. Für Sport ist gerade kein Platz. Allerdings bringt Einkaufen gehen auch einiges an Bewegung mit sich. Nächste Woche werde ich dann langsam anfangen mich wieder in einen Rhythmus einzutakten oder besser, schauen, was sich wie zeitlich einspielt.

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