Meditation und die Verbindung zum Baby

Als Erstes vorab: Was ich hier beschreibe sind meine Erfahrungen und Eindrücke. Ich erhebe weder Anspruch auf Richtigkeit, noch darauf, dass andere dieselbe Erfahrung machen können und werden wie ich. Es ist meine erste und wird meine einzige Schwangerschaft bleiben, weswegen ich sie ausgiebig und intensiv wahrnehmen und geniessen will, wie ich kann.

Ich wusste recht früh, dass ich schwanger war. Lange, bevor ich tatsächlich testen konnte. Im Grunde hatte ich an jenem Abend im September schon so ein Gefühl, dass es geklappt hatte. Man könnte sagen, dass dort bereits die Verbindung zwischen mir und unserem Baby entstand. Erste Wahrnehmungen von den Bewegungen unseres Kindes hatte ich sehr früh, bereits Ende der 14. Woche. Sehr früh für eine Erstgebärende, bekam ich zu hören. Das könne noch gar nicht sein. Einzig mein Frauenarzt schlug nicht in die Kerbe. Und ich war mir sowieso absolut sicher. Ungerfähr um die gleiche Zeit fing ich dann bereits auch an mich mit Meditation zu beschäftigen und erste Übungen zu machen (damals noch mit der Fühl Dich wohl CD von Bianca Joggerst). Einige Wochen später, ich hatte das Buch „Der achtsame Weg durch Schwangerschaft und Geburt“ von Nancy Bardacke weitestgehend durch gelesen und begann mit einfachen Atemmeditationen. Bereits da hatte ich zum einen immer wieder das Gefühl, dass dann mehr „Unruhe“ im Bauch war, zum anderen konnte ich meinen Blick nach innen richten und ich mich hinein horchen. Ich denke, dass sich dadurch bereits eine gewisse Verbindung aufgebaut hat.

Mittlerweile ist mein Kind immer munter, wenn ich meditiere. Als erwarte es den Blick nach innen bereits. Dazu kommt, dass ich den Eindruck habe die Intentionen der unterschiedlichen Tritte und Knuffe erkennen zu können, da es eine große Variation von leichtem Stubsen, über kräftige Knuffe hin zu festem Drücken von Fuß oder Faust an eine Stelle (und das so lange, dass es wirklich richtig unangehm für mich wird). Letzteres hat sich als eine Art Spielchen etabliert. Ich bekomme Fuß oder Faust in die Seite gedrückt bis ich reagiere. Wenn ich dann die Stelle treffe, gibts eine Runde gezappel, fast als würde das Baby lachen und dann wird von vorn an einer anderen Stelle angefangen. Nur, dass dann immer kurz gedrückt wird und dann eine neue Stelle gesucht wird. Frei nach dem Motto „Fang mich doch!“

Auch kommt mittlerweile prompt eine Reaktion aufs Bauch streicheln. Egal, ob der Papa oder ich, wenn über den Bauch gestreichelt und dann aufgehört wird, wird geknufft. Aber nicht doll, mehr ein energisches Stubsen. Macht man dann weiter, herrscht wieder Ruhe bis man wieder aufhört.

Gerade nachts, wenn ich wach werde, weil ich die Blase drückt, merke ich die Bewegungen in mir. Doch es fühlt sich mehr so an, als würde sich unser Kind selbst wieder bequem hinlegen. Bisher wurde ich nachts noch nicht durch ein hampelndes Baby geweckt oder durch seine Bewegungen wach gehalten, wie ich es schon oft von Kolleginnen gehört habe. Kann natürlich noch alles kommen. Allerdings meine ich, dass dadurch, dass ich jeden Tag einige Zeit nur dem Blick nach innen, den Reaktionen unseres Babys auf die unterschiedlichen Eindrücke von aussen auseinander setze, nachts nicht der „Bedarf“ nach Aufmerksamkeit da ist. Und ich beruhigt schlafen kann.

Für mich sind diese Erfahrungen sehr schön und sehr intensiv. Ob andere gleiche Erfahrungen gemacht haben, weiß ich nicht. In meinem Bekannten- und Freundeskreis ist derzeit niemand schwanger, ausser meiner Schwägerin. Und mit der kann ich mich darüber nicht so wirklich austauschen. Der ein oder andere wird jetzt vielleicht mit diversen Videos aus dem Netz kontern, wie dem aktuell kursierenden klatschenden Baby im Bauch. Ich muss dazu sagen, dass ich dieses Video nicht für echt halte. Es sieht mehr danach aus, dass der Ultraschall-Sensor entsprechend bewegt wurde, als dass sich das Baby bereits wirklich schon so gezielt bewegt (angeblich ist das 6 Monate vor Geburt, also etwa im 4. Monat). Oder ein anderes, bei dem ein Baby gegen den Bauch boxt, wenn sein Vater es dazu auffordert. Das Babys im Bauch auf die Stimmen von Eltern und Geschwistern und unterschiedliche Musik reagieren, ist ja bekannt und ich denke, dies erlebt jede Mama, egal Erstgebärende oder schon Mama.

Dennoch, ich komme nicht umhin ein Gefühl der tiefen Verbundenheit zu unserem Baby zu empfinden. Eine ähnliche Verbundenheit, wie mit meinem Partner, zumindest was die Intensität betrifft. Ich komme nicht umhin zu behaupten, dass bereits jetzt eine sehr enge Bindung besteht und dass diese durch meine täglichen Meditationen aufrecht erhalten und vertieft wird.

Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Verbindung auch nach der Geburt weiter so intensiv bleiben kann, auch wenn sich die Art der Verbundenheit ändern wird.

Dies ist ein sehr persönlicher Bericht und ich bitte jeden, der dies liest, mit dem entsprechenden Respekt zu behandeln.

Danke.

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