Achtsamkeit, Mala, Meditation

Meditation mit Mala

Angeregt durch einen Post in diesem wunderbaren Blog, habe ich mal wieder etwas neues ausprobiert. Ich habe nämlich das Problem, dass es mir zur Zeit sehr sehr sehr schwer fällt, beim Meditieren dem Geplapper in meinem Kopf nicht zu zuhören. Mich auf meinen Atem und die Atemempfindung zu konzentrieren und Gedanken einfach weiter ziehen zu lassen, das geht zur Zeit gar nicht. Ich schweife ab, kehre für wenige Atemzüge zu selbigem zurück und schweife dann sofort wieder ab. Atemzüge zählen hilft nicht, ich verliere mich zwischen den Zahlen wieder in Gedanken. Mich sanft, aber mit Nachdruck immer wieder zum Atem zurück zu bringen, nun ja, das hält nicht lange vor. Und auch wenn das an sich schon ein Teil von Meditation üben ist, so ist es doch sehr anstrengend. Ich weiss, dass es ein wichtiger Teil in der täglichen Praxis ist und eine wichtige Lehre, die ich durchlaufen muss. Ich möchte diese Herausforderung auch gern bestehen, doch ich möchte in diesem Fall gern auf ein Hilfsmittel zurück greifen, dass mir zumindest ein wenig die Möglichkeit  gibt, meine Übungen ohne allzu viele große Unterbrechungen zu ende zu bringen, denn oft genug muss ich innehalten, die Augen öffnen und mich neu sammeln. Ein zweiter Grund, etwas neues auszuprobieren ist, dass ich vom Konstrukt einer festen Zeitspanne weg möchte. Denn gerade in Zeiten, wie dieser, in denen viele Veränderungen anstehen, ist mein Geist sehr zappelig und kaum in irgendeiner Form zu beruhigen. Wenn ich dann noch im Hinterkopf habe, dass ich mir eine bestimmte Zeit gesetzt habe, die ich meditieren möchte, ist der Drang immer wieder auf die Uhr zu schauen sehr groß bis nicht auszuhalten. Natürlich ist dies auch eine Bewährungsprobe und gehört zum Üben dazu. Dennoch möchte ich mir und meinem Geist ein wenig Hilfestellung geben, um diese Prüfung etwas einfacher zu bestehen. Zumal ich im Hinterkopf habe, wenn ich mich von diesem inneren Zeitdruck, wie auch immer, etwas lösen kann, kommt mir dies vor allem auch bei der Geburt und in der Zeit mit meinem Baby mit Sicherheit zu Gute. Denn den meisten Stress machen wir uns ja doch damit, wie viel Zeit wir mit irgendwas verbringen: Wie lange schläft mein Baby tagsüber? Wie lange nachts? Wie lange dauert das Stillen/Fläschchen füttern? Wie lange kann es sein Köpfchen halten oder auf dem Bauch liegen? Und und und und…es zieht sich so durch unser ganzes Leben, von klein auf. Dieses Konstrukt möchte ich in meinen Gedanken etwas lockern, ganz ablegen kann man es, auf Grund der gesellschaftlichen Konventionen, sicher nicht.

Ich habe mir also, angeregt von oben genanntem Blog, eine Mala besorgt. Die Mala ist eine buddhistische Gebetskette, die im Normalfall aus 108 Perlen besteht und mit einer sogenannten Guru-Perle, hinter der das Band der Kette in einer Quaste oder einem Schützerknoten zuläuft, abgeschlossen wird. Im Buddhismus steht sie für die 108 Lehren des Buddha und wird zum Beispiel zum Zählen der Mantras verwendet. Selbstverständlich ist es am besten, wenn man sich die Mala selbst knüpfen oder zumindest vor dem Kauf in die Hand nehmen kann. Da ich vorerst probieren wollte, ob mir diese Meditationshilfe zusagt, habe ich mir eine Mala aus Rosenholz im Internet bestellt. Sie besteht aus 108 Rosenholzperlen mit einem Durchmesser von 9 mm. Dazu gab es auch gleich ein kleines Säckchen zum Aufbewahren der Mala. Die Perlen fühlen sich angenehm in der Hand an, sind mir persönlich allerdings etwas zu klein. Wenn ich mir selbst noch eine Mala knüpfen sollte, was ich gerne möchte, wenn ich die passenden Materialien zusammen bekomme, werde ich größere Perlen nehmen. Wahrscheinlich etwas in der Größe von 10-12 mm. Diese liegen einfach besser in der Hand.

Zusätzlich zur Mala habe ich mir wieder Musik zu Hilfe genommen. Denn einen Titel in die Dauerschleife gelegt, lässt ebenfalls die Vorstellung, dass eine bestimmte Zeit verstreicht, etwas schwinden. Ich möchte keine feste Zeitdauer meditieren, sondern so lange, wie ich das Gefühl habe, es tun zu wollen (oder, wie heute, mich meine lieben Kaninchen davon abhalten, in dem ich meinen Platz auf dem Sofa gegen sie verteidigen muss). Ich starte bei meiner Meditation an auf der Höhe der Guruperle und schliesse die Augen. Beim Einatmen lasse ich meinen Daumen sanft über die Perle gleiten, spüre das Holz und wie es unter dem Kontakt mit meiner Haut warm wird. Mit dem Ausatmen schiebe ich die Perle langsam weiter. Mit dem nächsten Atemzug lasse ich meinen Daumen über die nächste Perle gleiten…und so weiter. Ich kann mich zum einen von meinem Atem leiten lassen und mein Geist ist damit die beschäftigt, die Empfindungen, die durch die Berührungen mit den Perlen ausgelöst werden, wahrzunehmen. Zwar schweife ich trotzdem immer mal wieder ab, aber wesentlich weniger, als zuvor. Und es ist leichter wieder zurück zur Meditation zu kehren, ohne die Übung zu unterbrechen. Wie lange ich damit meditiere, weiß ich natürlich nicht, denn ich zähle die Zeit nicht mehr. Das macht es für mich alles nochmals angenehmer und beruhigender. Daher habe ich auch beschlossen, die Mala mit ins Krankenhaus zu nehmen, wenn die Wehen einsetzen. Denn ich weiss, dass die Eröffnungsphase durchaus länger dauern kann. Und ich weiss auch, dass ich sicher irgendwann keine Lust mehr haben werde zum Lesen oder Spielen auf Tablet und Handheld-Konsole. Um Kraft zu tanken, kann ich mich dann hoffentlich mit Hilfe der Mala etwas zurück ziehen. Dadurch, dass ich mit der Kette und den Empfindungen „beschäftigt“ bin, ist es mir auch jetzt schon möglich unangenehme Empfindungen anders zu verarbeiten. Ich verdränge sie natürlich nicht, aber dennoch ist die Wahrnehmung nochmals anders, als bei einem Body Scan oder wenn ich während der Meditation einfach nur die Empfindungen gezielt wahrnehme und durch sie hindurch atme. Es ist auf jeden Fall ein gutes Hilfsmittel für mich.

Was für mich auch bedeutet, dass ich mir auf jeden Fall eine eigene Mala knüpfen möchte. Ich möchte gern die den sieben Hauptchakren zugeordneten Edelsteine dafür verwenden. Doch die gibt es leider nicht überall und da ich keinen passenden Laden in der Nähe habe, werde ich wohl alles bei unterschiedlichen Internetshops bestellen müssen. Das kann also noch etwas dauern. Wenn es dann soweit ist, werde ich natürlich berichten.

0 thoughts on “Meditation mit Mala

  1. Guten Morgen, ich freu mich wirklich sehr, dass dir die Methode gefällt. In unseren selbstgemachten Malas haben wir 10 und 12 mm Holzperlen und die 10er haben, für meine durchschnittlichen Daumen, die angenehmere Größe. Falls du dir Perlen im Internet bestellst, nimm lieber gleich mehrere Guru-Perlen(3 Löcher). Ich konnte sie noch in keinem Esoterik- oder Bastelgeschäft finden.
    Alles Gute übrigens für die Geburt. Da werden die Beteiligten schauen, wenn du mit der Mala hantierst, hihi.
    Mit zuversichtlichen Grüßen
    toe

    1. Ja, die Guru-Perlen habe ich bisher auch nur in einem einzigen Online Shop gefunden. Bin da sowieso noch am schauen, wie ich das am besten mache. Wobei ich natürlich auch mal nach Esoterikläden schauen könnte (die Bastelgeschäfte sind hier in der Hinsicht leider nicht zu gebrauchen).
      Und was die im KH denken, ist mir egal. Ich denke allerdings, dass die alle schon genug erlebt haben und sich vermutlich über nix mehr wundern. Es gibt ja mittlerweile so viele Möglichkeiten, wie man mit den Wehen in der Eröffnungsphase umgehen kann (Tiefenentspannung, Selbsthypnose, Meditation etc.), da werd ich mit meiner Mala vielleicht gar nicht so aus der Art schlagen.

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