Man könnte sich jetzt aufregen…

Wenn mich meine Schwangerschaft und die Zeit, die meine Tochter nun auf der Welt ist, etwas gelehrt hat, dann, dass man sich nicht über alles aufregen, nicht alles auf die Goldwaage legen, muss. Natürlich ertappe ich mich immer wieder dabei, dass ich anfange einen Kommentar in den sozialen Medien zu tippen. Doch dann halte ich inner, weil ich merke, dass ich eigentlich gar nichts dazu sagen will. Im ersten Moment lasse ich mich provozieren, rege mich auf und will im Eifer des Gefechts einen Kommentar verfassen. Und während ich tippe, merke ich, dass das eigentlich Unsinn ist. Klar, solche Beiträge sollen provozieren. Und wenn ich dann die Kommentare lese, dann sehe ich, es funktioniert. Und es beginnen dann selten sachliche Diskussionen, sondern es wird sich häufig gegenseitig zerfleischt. Gerade bei Themen, die auch für mich aktuell sind: Erziehung (ich mag das Wort immer noch nicht) und alles rund um Schwangerschaft, Stillen und alles was mit Baby-/Kinderpflege zu tun hat. Mittlerweile habe ich beschlossen, mich da vollkommen raus zu nehmen. Ich lese die Beiträge und auch die Kommentare, wenn mir danach ist. Denn ich selbst habe in der Hand, was ich mit meiner Zeit mache. Und ich habe beschlossen, diese nicht mehr dafür aufzuwenden mich mit Diskussionen auseinander zu setzen, bei denen keine Sachlichkeit möglich ist. Keine Sachlichkeit heisst nicht nur sich nicht von Emotionen steuern zu lassen, sondern auch, dem anderen achtsam zu zuhören, seinen Gedanken zu folgen und nach besten Möglichkeiten zu versuchen, zu verstehen. Es hat etwas mit Respekt sich selbst und dem anderen gegenüber zu tun. Doch genau das geht heute, insbesondere in den weiten des Netzes, verloren: Respekt und Achtsamkeit. Ruhe und Freundlichkeit. Alles, aber auch wirklich alles wird mit Anhaftung gehandhabt. Und genau das zerstört alles, was eine gute und verständliche Kommunikation ausmacht. Doch ohne gute Kommunikation wird aus Reden und Diskutieren schnell Anfeinden und sich gegenseitig nieder machen.

Und ich merke, es wird, wieder einmal, ein Beitrag zum Thema Kommunikation. Allerdings ist dies auch ein Bereich, in dem am stärksten auffällt, wenn nicht achtsam gehandelt wird.

Kommentar verfassen