Mama-Momente geniessen

Wir stecken wieder einmal in einem Entwicklungsschub und es zeichnen sich die nächsten kleinen Schritte Richtung Unabhängigkeit. Und mir wird schmerzlich bewusst, dass diese echten Mama-Momente, diese Momente die man nur erlebt, wenn man Mama ist. Klar, sie sind auch super anstrengend, ich habe ja gerade erst darüber geschrieben. Das sind die Momente, in denen ich mich frage, was wohl zuerst durchscheuert vom Rücken streicheln, das Tragetuch oder meine Hand. Diese Momente, in denen einem von den Verspannungen im Rücken und im Nacken ganz schwindelig wird, aber immerhin hat das Baby gut geschlafen. Und eben diese über den Tag verteilten Nickerchen und Schläfchen in meinem Arm.

Heute waren diese Momente sehr wenige. Denn meine Tochter wollte nicht wie gewohnt ihre Nickerchen in meinem Arm machen. Statt dessen wollte sie lieber bei uns im Schlafzimmer im Bett schlafen. Zwei der Nickerchen habe ich für mich zum Ausruhen ebenfalls genutzt. Die anderen beiden hat sie allein geschlafen. Ich habe sie natürlich in den Schlaf begleitet. Aber kein Einschlafen an der Brust und dann im Arm weiter schlafen. Nein, stillen und dann schlafen gehen. Im Bett dann kuscheln, Händchen halten und Rücken streicheln. (Dafür forderte sie meine Aufmerksamkeit in ihren Wachphasen umso mehr.)

Im ersten Moment war es schon gruselig, so wie es auch sehr gewöhnungsbedürftig war, als ich nicht mehr direkt mit ihr zusammen zu Bett gegangen bin. Es fehlte auf einmal etwas und ich wusste gar nicht so recht, was ich jetzt eigentlich machen soll. Das muss sich erstmal wieder einspielen. Und irgendwie merke ich, dass ich auf einmal diese zwar superanstrengenden, aber auch sehr kuscheligen Momente vermisse. Es fehlt mir etwas, dass sie nur in meinem Arm schlafen kann beziehungsweise will. Mir fehlen auch die Tage, an denen ich im Sling stundenlang durch die Wohnung gelaufen bin. Vor allem diese intensive Nähe fehlt mir irgendwie. Insbesondere, da Tragen immer mal wieder bestreikt wird und ansonsten eher nützlich als reines Nähespenden ist. Da bleibt momentan nur das Stillen und die Einschlafbegleitung. Oder die wenigen Momente, in denen sie wach ist und Nähe wünscht.

Daher mein Wunsch alle Mamas da draussen, die diese besonders anstrengenden Momente kennen. Die durch die Wohnung wandern oder tanzen, damit das Baby schlafen kann. Die Rückenschmerzen haben und knietiefe Augenringe, weil das Baby in einer bestimmten Position angekuschelt eingeschlafen ist und man sich bloß nicht bewegen möchte, damit es weiter schlafen kann. Die die ersten Lebensmonate zum Großteil auf dem Sofa festkleben, weil das Baby nur auf ihrer Brust liegen mag. Liebe Mamas, ich kenne das nur zu gut. Ich weiss, wie anstrengend, kraft- und schlafraubend sie sind. Ich wünsche Euch von ganzem Herzen, dass ihr diese Momente trotzdem irgendwie genießen könnt. Und sei es „nur“ durch das Lächeln Eures Babies, wenn es wach wird. Dass ihr etwas Gutes in diesen Momenten findet und Euch nicht mit „Es geht vorbei.“ durch diese Zeiten hangeln müsst. Schliesst Eure Augen, hört auf den Atem Eures Babies, hört auf Euren Atem und schliesst alles andere aus. Versucht, trotz allem, in diesen Momenten Ruhe für Euch zu finden. Lasst den Haushalt Haushalt sein, der ist später auch noch da. Lasst unangemeldeten (und vielleicht gar nicht gewünschten) Besuch vor der Tür stehen und konzentriert Euch nur auf Euch und Eurer Baby.

Ich wünsche Euch ganz viel Kraft und hoffe, dass ihr einen Weg findet diese anstrengenden Momente schön zu finden. Denn genau diese sind die echten und wahren Mama-Momente, in denen ihr Eurem Baby etwas ganz wichtiges mit auf den Weg gebt: Vertrauen in die Geborgenheit zuhause. (Es ist im Übrigen nicht schlimm, diese Zeiten nicht schön zu finden. Und manchmal hilft auch nur ein „Es geht vorbei“.)

 

Advertisements

Kommentar verfassen