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Langzeitwirkung von Yoga (und wie ich mein Baby königlich amüsieren kann)

Wer meinen Blog schon etwas länger verfolgt, weiss, dass ich vor, aber vor allem in der Schwangerschaft regelmäßig Yoga (und später auch Tai Chi) praktiziert habe. Damit war nach der Geburt logischerweise komplett Schluss. Ursprünglich wollte ich einen Rückbildungskurs machen beziehungsweise einen Walking-Kurs für die Rückbildung. Letzteres wäre perfekt gewesen. Die kleine Dame im Tragetuch (damals hat sie darin ja noch zuverlässig und lange geschlafen), frische Luft, andere Mamas und Bewegung. Das OK zwecks Beckenboden, der ja durch den Sport in der Schwangerschaft ohnehin trainiert war, hatte ich von meinem Frauenarzt. Nur die Hebammenpraxis, die diesen Kurs organisiert hat, stellte sich quer. Obwohl explizit als Rückbildungskurs angepriesen, hätte ich erst einen „richtigen“ Rückbildungskurs machen müssen, um daran teilzunehmen. Das dumme nur, es gibt hier keine Kurse mit Baby. Tja, blöd, denn selbst wenn ich jemanden gehabt hätte, der sie hätte nehmen können, so ist es mit Stillbaby nicht so einfach mal eben einige Stunden weg zu sein. Schon gar nicht mit dem Stillrhythmus und vor allem nicht, wenn man auch gar nichts abpumpen kann. Wobei ich es generell recht erschreckend finde, dass es in einer Stadt, in der es wirklich viele Kinder und Babies gibt, alles immer ohne Baby statt finden soll. Nun, damit fiel das also flach. Was mich ärgerte, aber nicht zu ändern war. Zu dem Zeitpunkt hatte ich die kleine Dame allerdings ohnehin schon täglich mehrere Stunden im Tuch, inklusive regelmäßigem abendlichen Spaziergang. Tragen trainiert die Bauch- und Rückenmuskulatur auch, der Körper muss sich ja ans Gewicht gewöhnen, dass sich mit der Zeit ja auch langsam steigert. Trotzdem wollte ich gern was für meine generelle Fitness tun. Nur wie? Der Plan war, nach und nach wieder mit Yoga zu beginnen, wenn sich die Kleine selbst beschäftigen kann. Dann kam mir die Idee, ich könnte sie ja auch mit in den Sport einbinden. Also DVDs und Bücher besorgt. Die DVDs liegen immer noch ungenutzt herum, ins Buch habe ich mal rein gesehen, allerdings gab es dann ein großes Problem: Die kleine Dame ist, seit sie längere Wachphasen hatte, kein Fan davon groß auf dem Arm zu sein, geschweige denn in der Trage. Nix da mit Baby im Arm Übungen für Bauch und Beckenboden zu machen. Yoga konnte ich mir auch gleich mal abschminken, weil sie zeitweise meine komplette Aufmerksamkeit und Nähe brauchte (und natürlich bekommen hat). (Und Yoga-Kurse mit Baby gibts hier ebenfalls nicht. Ebenso wenig wie Kurse, die man hätte als normal arbeitender Mensch hätte besuchen können.)

Nun wird die kleine Dame bald ein Jahr und ich habe zumindest mal wieder die Wii heraus gekramt. Mittlerweile ist sie ziemlich mobil und wackelt zu Musik munter mit dem Windelpopo. Ausserdem hat sie eine Kletterburg aus Kartons, die sie ausgiebig nutzt. Natürlich besitze ich für die Wii ebenfalls einige, teils sehr gut konzipierte, Sport“spiele“. Meistens sind sie wie Fitnesskurse aufgebaut, so dass man sich auch gut selbst langsam steigern kann. Ich habe zwar auch diverse Bücher und Karten mit Yoga Asanas, allerdings ist die Zettel- bzw. Bücherwirtschaft mit einem herum wuselnden Baby nicht wirklich praktikabel. Also Konsole angeworfen, Spiel rein und los gelegt, denn alle Varianten, die ich besitze, beinhalten Yoga-Übungen von unterschiedlicher Intensität. Und nun kam etwas, was mich doch sehr überrascht hat. Es waren einige Übungen dabei, die ich so noch nie gemacht habe, weil sie zum einen recht intensiv sind, aber auch arg kompliziert aussahen. Ich habe mich trotzdem einfach mal dran gewagt. Und konnte sie gut ausführen. Ja, ich bin dabei gut ins Schwitzen gekommen, aber wirklich überrascht hat mich die Tatsache, wie beweglich ich trotz einem Jahr Pause und Bauch (den ich schon immer hatte, aber durch die Schwangerschaft ist es logisch nicht besser geworden) bin. Was mir zeigt, auch wenn es schon eine Weile her ist, der Körper vergisst offenbar doch nicht ganz so schnell wie man meint. Es tut natürlich gut zu spüren, dass man doch nicht gleich ganz eingestaubt ist (Luft nach oben ist natürlich trotzdem). Und es motiviert ungemein.

Die kleine Dame hat sich köstlichst amüsiert, über meine Hampelei, besonders beim Tanzen. Yoga hat sie eher als „Oh cool, Mama spielt wieder Klettergerüst für mich“ angesehen und sich bei jeder Gelegenheit versucht an mir hochzuziehen. Vorzugsweise dann, wenn eine Haltung etwas länger gehalten werden musste. Yoga unter erschwerten Bedingungen, aber es hat uns beiden Spaß gemacht. Ich habe eine zusätzliche Motivation, weil das ruhige, meditative Yoga zum Entspannen kann ich mir sicher erst mal noch eine Weile abschminken. Mir ist vor allem wichtig, endlich wieder wirklich in Schwung zu kommen. Um erstmal irgendwie wieder in Gang zu kommen und sich generell zu etwas zusätzliche Bewegung aufzuraffen, dafür sind diese Sportspiele echt gut. Meine Hoffnung ist zudem, dass die kleine Dame das Ganze irgendwann nicht nur einfach nur lustig findet, sondern dann auch mitmachen will. Und spätestens dann, kann ich auch wieder weg von der Konsole, hin zu eigenen Übungen mit eigener Musik. So kann ich aber immerhin irgendwas dazwischen quetschen und wir haben beide Spaß dabei (ihren Mittagsschlaf kann ich aktuell nicht nutzen, da sie immer noch sehr früh aufsteht und tagsüber meist nur ein kleines Nickerchen macht, so dass wir beide zum Mittagsschlaf müde und kaputt sind).

Und bevor jemand die Hände über dem Kopf zusammen schlägt, weil das Kind ja so früh die Konsole kennen lernt: Sie interessiert der Bildschirm nicht. Die Wii-Fernbedienung ist mehr ein lustiges, blinkenes Spielzeug, aber auch nie lange von Interesse.Entweder sieht sie mir zu, klettert auf der Kartonburg rum oder spielt neben her mit ihren Spielsachen. Gern versucht sie, gerade beim Tanzen, meine Füße einzufangen und krabbelt diesen dann hinter her. Trainiert dann gleich auch mal noch meine eigene Körperkoordination.

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