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Langzeitstillen

Seit einigen Tagen geht mir dieser Begriff durch den Kopf: Lang-Zeit-Stillen. Unter anderem deshalb, weil ich auch bald eine Langzeitstillende bin. Wer hätte das gedacht, nach dem etwas holperigen Start? Allerdings muss ich sagen, der Begriff stößt mir etwas auf. Denn, verglichen mit der Lebensspanne, die ein Mensch haben kann, ist die Zeit, die gestillt wird doch recht kurz. Selbst wenn vielleicht bis  zum 4. oder 5. Geburtstag gestillt wird. Was weltweit gesehen immer noch normal ist und innerhalb des natürlichen Abstillalters liegt. Im Vergleich dazu wirkt es, als ob es der westlichen Welt nicht schnell genug gehen könne. Mit allem, nicht nur dem Stillen. Hauptsache schnell. Schnell groß, schnell selbstständig, schnell aus dem Haus. Und dann?

Nur so ein Gedankensplitter, der mir grad die ganze Zeit im Kopf rumspuckt und raus muss, damit er mir den Platz im Kopf nicht blockiert.

8 thoughts on “Langzeitstillen

  1. Ich meine, bei manchen Völkern in Afrika, stillen sie auch solange die Kinder es wollen. Es kann schon mal vorkommen, dass ein Baby am Busen der Mama trinkt uns sein 3 jähriger Bruder auch. Da macht sich keiner Gedanken drüber… 🙂

    1. 3 J.ist dort eher normal. Laut WHO liegt das natürliche Abstillalter zwischen 2 und 7 Jahren, wobei das Stillen bei Kleinkindern eine andere Funktion/Wert hat als bei Säuglingen.

  2. Ich finde, das müssen Mama und Kind(er) gemeinsam entscheiden. Gesellschaft und Verwandschaft brauchen sich da nicht einbilden etwas besser wissen zu können!
    Zu Glück erfährt man solche Informationen heute und ist nicht mehr auf deren Meinung angewiesen.
    MfG toe

    1. Da hast Du vollkommen Recht. Auch findet ein generelles Umdenken statt, die Empfehlungen ändern sich entsprechend. Dennoch wird zum einen in Ratgebern (auch aktuellen) das frühe Abstillen propagiert, ebenso zum Teil die frühe Beikost. Gleichzeitig wird unsere Gesellschaft als generell stillfeindlich dargestellt, was so auch nicht stimmt. Was die Pflege und Ernährung von Babies betrifft, muss man sich durch einen ziemlichen Wust an unnützen und/oder falschen Informationen arbeiten. Und viele trauen sich auch einfach nicht, auf ihren Instinkt zu hören.

  3. Es wird empfohlen nach dem vierten Monat mit der Beikost anzufangen. Warum? Das war bei uns viel zu früh. Außerdem sollte man da nicht nach Kalender gehen. Und auch nicht nach seinen Mitmenschen. Ich konnte nur ein Jahr lang stillen, aber vermisse es sehr und ich glaube meiner Tochter hätte es auch noch gut getan. Sie schläft jetzt immer mit einer Hand an der Brust, ich denke es ist ihr Stillersatz. Aber so viel Nähe wie beim Stillen gibt es wohl nie wieder.

    1. Es gibt sogar immer noch Kinderärzte, die bei Babies die „nicht satt“ werden oder nicht genug zunehmen, schon Beikost ab dem 3. Monat. Ganz schlimm. Madam hat tatsächlich genau einen Tag nach der Vollendung des 4. LM Essen vom Teller geklaut. Richtig gegessen hat sie dennoch erst mit 6 Monaten, davor hat sie Gemüse ausgelutscht und wir im Prinzip bis dahin voll gestillt. Ich vermute, dass die Empfehlung daher kommt, dass es eben einige wenige Kinder gibt, die mit 4 Monaten schon beikostreif sind. Ebenso, wie es Kinder gibt, die ein Jahr lang voll gestillt werden und erst ab dem 1. Geburtstag mitessen. Meiner Ansicht nach bräuchte es da gar kein Empfehlung und auch so überflüssige Bezeichnungen wie Langzeitstillen und Co. nicht. Ebenso wenig wie diese vorgebenen Kurven im U-Heft. So lange Zunahme und Wachstum gleichmäßig innerhalb der eigenen Kurve bleiben, sollten erstmal die Füße still gehalten werden.

      1. Ich denke es kommt nur den Beikostherstellern zu Gute, dass es so früh empfohlen wird. Und das “nicht satt werden“ wird gern als Grund gesehen abzustillen und stattdessen Milchpulver anzurühren. Natürlich kann es mal sein, dass die Milch nicht reicht, aber wenn man zu schnell zufüttert, dann wird die (Mutter-)Milchmenge auch nicht mehr. Genauso wie die Empfehlung alle vier Stunden zu stillen. Das hat mich total verunsichert.

        1. Ja, grad die Schubphasen, wenn geclustert wird verunsichern sehr. Wir haben anfangs zufüttern müssen, ging nicht anders, war aber zum Glück nicht lange und ich hab mich da auch von ihr leiten lassen. Das unsinnige mit Beikost zu starten, damit das Kind satter wird oder durchschläft (auch ein beliebter Grund), ist unsinnig. Handelsüblicher Brei hat ja wesentlich weniger Kalorien und wird ohne Beikostreife nicht nennenswert verwertet, von daher Unsinn. Mit ein Grund, warum ich später noch das Aufbaumodul für die Ernährung von Säuglingen, Kindern und Jugendlichen machen will. Der Witz an dem ganzen Drama, selbst die bekannten deutschen Ernährungsgesellschaften und sogar die Stiko gehen ja von einem stillen bis zum ersten Geburtstag aus (bzw. empfehlen es).

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