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Kommunikation mit dem Baby

Der Entwurf für diesen Beitrag liegt jetzt schon ein Weilchen hier rum. Das Töchterlein ist gerade etwas klettig, will gleichzeitig aber gern mobil sein. Ein Dilemma, dass Mamas dauernde Anwesenheit erfordert. Wohl gemerkt, anwesend sein reicht. Aber sie möchte dann auch überall dabei sein. Beim Kochen, Wäsche abnehmen und und und. Gut, darf sie und soll sie auch. Sie liegt dann auf ihrer Decke und dreht sich und versucht zu krabbeln oder rollt ein bisschen herum. Sie brabbelt vor sich hin, übt Laute oder testet einfach ihre Stimme aus, was zwischen vom Klang zwischen Vogelgezwitscher und Tigerknurren.

Womit ich schon fast direkt in meinem Thema bin. Denn ich rede natürlich mit ihr, reagiere auf die Geräusche, das Brabbeln und alles dazwischen. Allerdings einfach „nur“ ganz normal. Manchmal brabbele ich auch zurück, aber dann eher nur zum Albern.

Warum das „Nur“ in Anführungsstrichen? Nun, ich bin noch vor der Geburt auf etwas gestoßen, was mich von der Idee her sehr begeistert, allerdings für uns so nichts ist. Ich spreche von Babyzeichen, Gebärdensprache für Babies. Hierbei wird in einfachen, meist einhändigen Gebärden, mit dem Baby kommuniziert. Begonnen wird meist zwische 3-6 Monaten. Ich finde die Idee großartig und habe mir natürlich entsprechend Bücher besorgt, denn ich kann mir gut vorstellen, dass ein Baby früher einen passiven Wortschatz hat, als dass es in der Lage ist, aktiv zu sprechen. Ich wollte mit zwei einfachen Gesten beginnen: Warte und Baum. Warte, damit ich ohne Geheul kurz das Zimmer verlassen kann und Baum, einfach, weil es sich auf unseren Spaziergängen anbietet. Also konsequent bei jedem Raum verlassen Warte gebärdet. Resultat Null. Der Protest wird, wenn er kommt, nicht weniger, auch nicht weniger vehement. Die Geste habe ich etwas 2 Monate versucht zu etablieren, aber es hat nicht funktioniert. Irgendwann war es mir zu doof. Ähnliches mit Baum. Mein Töchterlein betrachtet auf unseren Spaziergängen sehr fasziniert die großen Bäume. Also habe ich Baum gebärdet. Was sie nicht interessierte, sie schaute meine Hand nicht mal eher an. Eher warf sie mir einen Blick zu als wollte sie sagen „Jaja, schön, gehen wir weiter?“ Gern begleitet von einem Pfft. Gut, also auch das gelassen. Im ersten Moment fand ich es etwas traurig, hatte ich mir doch bereits so tolle „Gespräche“ ausgemalt.

Tja, und nun? Wir kommunizieren mittlerweile sehr gut miteinander. Sie signalisiert sehr deutlich und meistens auch sehr eindeutig, was sie möchte. Dies geschieht hauptsächlich über Laute und Blicke, ab und an auch über Gesten. Wir haben die Art und Weise so für uns gefunden, im Alltag. Quasi durch gegenseitiges Beobachten. Ich kann entsprechend auf sie reagieren und wir können so auch schon fast so etwas wie Gespräche führen.

So schön es ist, über Worte in Gebärdenform zu kommunizieren, wirklich brauchen tut man es nicht. Die gleiche „Mühe“ kann ich auch in die Aufmerksamkeit dem Baby gegenüber investieren. Dabei stärkt sich die Verbindung zueinander. Das Baby fühlt sich mehr wahrgenommen. Und letztendlich ist es vollkommen egal, ob man nach vorgefertigten Gebärden, Eigenkreationen oder einfach nur aufmerksames Agieren miteinander kommuniziert. Wichtig ist allein, dass es getan wird. Wichtig für mich und vor allem für mein Baby.

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