Alltag

Jaja, der liebe Alltag

…der holt einen doch immer wieder ein. In diesem Falle ein kranker Mann und ein Kinderzimmer, das noch fertig gemacht werden muss. Dazu dann der übliche Haushaltskram. Und ich habe das Gefühl, ich komme zu nix.

Schwanger sein an sich ist, gerade jetzt zum Ende hin nicht so wirklich einfach. Es tut einem mehr weh und man ist wesentlich schneller KO als einem lieb ist. Zur Zeit möchte ich abends um 7 ins Bett kriechen. Dazu kommt, dass mein Mann krank ist. Man(n) muss ja auch unbedingt schon leicht erkältet arbeiten gehen. Ende vom Lied: Stimme weg und ein entzündeter Hals. Das hat sich ja total gelohnt. Aber wenn Mann meint, nicht auf seine Frau hören zu müssen… Nein, er tut mir schon leid. Ich weiss selbst, wie ätzend es ist, wenn die Stimme komplett weg ist. Habe das selbst oft genug in der Zeit, die ich in diversen Call Centern gearbeitet habe, gehabt. Es ist nervig. Es tut ja nicht mal zwangsläufig wirklich weh, auch wenn immer ein wenig Halsweh dabei ist. Aber es ist unangenehm und vor allem unbefriedigend, weil man immer das Gefühl hat, sich nicht verständlich machen zu können. Und das ist einfach anstrengend. Jetzt versuche aber mal jemand einen Mann auszubremsen, der sich irgendwas in den Kopf gesetzt hat, vor allem wenn es dann noch meiner ist. Keine Chance. Leider neigt er extrem zum Schnarchen, wenn er krank ist, was vermutlich mit den verstopften Atemwegen zu tun hat. Macht es aber nicht besser, dass ich davon wach werde und nicht wieder einschlafen kann. Ich weiss, dass er nichts dafür kann, weswegen ich die erste Nacht selbst erstmal aufs Sofa im Wohnzimmer umgezogen bin. Unsere Kaninchen haben zwar schön blöd aus der Wäsche, Verzeihung Stall, geschaut, aber haben es letztlich hingenommen. Das Runtertrampeln der beiden von der ersten Etage nach unten zur Wasserflasche (obwohl sie oben eine haben), hat mich bei weitem nicht so gestört, wie die Schnarcherei. Auch wenn es ein total doofes Gefühl war allein zu schlafen, wo er doch da war. Es ist schon immer blöd, wenn er Nachtschicht hat und nicht da ist. Dann woanders schlafen zu müssen, damit wir beide wenigstens etwas Schlaf kriegen, ist dann so richtig blöd. Aber es hat auch keiner von uns beiden was davon, wenn wir uns dauernd gegenseitig wach machen (er mich mit Schnarchen, ich ihn, weil ich ihn dann anstoße, damit er sich anders hinlegt). Müssen wir halt durch. Wird ja dann später auch nicht einfacher.

Dann muss ja das Kinderzimmer noch fertig gemacht werden. Mittlerweile haben es tatsächlich in die „finale Phase“ geschafft. Juhu. Es ist nicht leicht, wenn man kaum Helfer vor Ort hat und die dann auch selbst im Schichtsystem arbeiten. Da ist es schon ein Wunder, wenn man überhaupt mal einen gemeinsamen Termin findet. Mittlerweile ist alles gemalert und die Möbel stehen. Es fehlen nur noch ein paar Kleinigkeiten. Zum Glück. Ich bin froh, dass vor allem die Malerarbeiten alle abgeschlossen sind. So kann wenigstens alles noch abziehen an Gerüchen und auch die Möbel können in Ruhe alle Gerüche verlieren. Es ist ja nun mittlerweile recht warm, so dass wir wenigstens den ganzen Tag lüften können und alles abzieht.

Und dann ist da irgendwie noch der normale Haushalt. Wäsche waschen und aufhängen, Geschirrspüler ein- und ausräumen, die Kaninchen versorgen, putzen… und dazwischen irgendwie noch ein bisschen Sport unterbringen, um den Blutzucker in Zaum zu halten. Was verdammt schwer ist, wenn man sowieso dauernd müde und schnellstens KO ist. Und dadurch, dass ich gerade immer sehr kurze Schlafphasen habe, bin ich morgens auch nicht so megafit. Für längere Meditationssitzungen ist da gerade irgendwie kein Raum, was mich in Bezug auf mein Experiment ein wenig zurück wirft. Ich komme zwar zu meinen Achtsamkeitsübungen, aber mich auf so intensive Erfahrungen, wie die metta Meditationen, kann ich mich gerade nicht einlassen. Ich hoffe jedoch, dass ich das Experiment vor der Geburt zuende führen kann. Ein wenig Zeit ist ja noch.

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