Ist eben so. Und ja, das reguliert sich alles irgendwann von selbst

Es gibt Dinge, die kann man einfach nur hinnehmen, so wie sind. Ganz besonders in Bezug auf Babies (und Kinder).

Mein Töchterchen legt aktuell nachts gern mal Brabbel- und/oder Turnstunden ein. Meist so zwischen 1 und 3 Uhr. Eigentlich nickt sie beim Stillen ein, wird dann aber wieder wach. Und kann dann erstmal nicht wieder einschlafen. Ist auch irgendwie verständlich, bis dahin hat sie oft bereits 5 oder 6 Stunden am Stück geschlafen. Was eine sehr reife Leistung ist. Ein wenig spielen auch immer die Zähnchen rein, aber gehäuft tritt das Ganze auf, wenn sie gerade einen Entwicklungssprung durch macht. Sie schläft dann auch sehr unruhig. Wenn ich mir ansehe, was sie über den Tag so lernt, dann wundert mich das kaum. Und so kommt sie nachts auf die Idee drehen üben zu wollen. Oder sie übt lautstark Laute und brabbelt vor sich hin. Ich lasse sie. Ok, zugegeben, im ersten Moment, wenn sie damit wieder anfängt, wallt erstmal leichte Wut auf. Weil gleichzeitig auch die Stillzeiten dichter zusammen rücken. Und dann denke ich mir, es bringt ja nichts. Sie lernt eben gerade jetzt. Und so verarbeitet sie es nachts. Es nützt ja nichts zu schimpfen, denn sie muss ja auch erst noch lernen, dass die Nacht zum Schlafen da ist. Es ist erstaunlich genug, dass sie jetzt schon so lange am Stück schlafen kann.

Wir hatten zudem durch die Zeitumstellung und unruhige Nächte einen sehr verschobenen Schlafrhythmus. Sie war dann um 4, spätestens halb 5 wach und konnte nicht mehr schlafen. Tagsüber konnte sie nicht wirklich schlafen, gegen Sling oder Tragehilfe wurde rebelliert. Entsprechend war sie nachmittags um 4 müde. Mit Glück hielt sie bis 5 durch. Um dann morgens zwischen 4 und 5 wieder aufzustehen (nach insgesamt 10-11 Std. Nachtschlaf, wiederum auch eine reife Leistung für so eine Maus.) Es war anstrengend, vor allem, weil sie tagsüber nicht zur Ruhe kam. Und dann, sie war wirklich unglaublich müde, die Zähne ärgerten sie, aber beim Stillen und im Arm konnte sie nicht schlafen, habe ich sie einfach mal wieder in den Sling gesetzt. Erst wurde gemeckert, aber es gab keine große Gegenwehr. Also bin ich weiter durch die Wohnung gelaufen, vor allem durchs dunkle Schlafzimmer, denn sie kann im Dunkeln am besten einschlafen – auch tagsüber (wie die Mama). Sie schlief und ich wuselte 2 Stunden mit dem Kind im Sling durch die Wohnung. Anstrengend. Und ich glaube, meine längste Gehmeditation überhaupt. Denn, letztendlich ist es das einzige, was man machen kann. Denn dauernd auf die Uhr schauen, das bringt gar nichts. Und die Ruhe, die man selbst ausstrahlt, lässt das Baby ruhiger schlafen. Einen Tag später das selbe Spiel, allerdings am Nachmittag. Sie war unglaublich müde, konnte aber nicht zur Ruhe kommen. Was bedeutet hätte, sie wäre wieder um 4 ins Bett gegangen. Also das Baby wieder in den Sling. Sie schlief fast sofort ein und ich wanderte wieder eine Stunde durch die Wohnung. Und irgendwie war damit auf einmal der Bann gebrochen. Sie legte zwar nachts wieder eine Brabbelpause ein, beendete diese aber von allein wieder recht schnell als sie merkte, dass ich nicht reagierte. Ich war so müde, dass mir immer wieder die Augen zu fielen. Das ist ihr offenbar nicht entgangen und sie signalisierte recht schnell wieder, dass sie schlafen wollte, in dem sie anfing nach ihrem Schnuller zu suchen. Was mich überraschte, weil sie sonst gern nochmal an die Brust wollte, um wieder einschlafen zu können. Was für mich auch vollkommen in Ordnung ist. Nun reichte ihr der Nuckel. Und Händchen halten und Rücken streicheln. An diesem Tag war sie um 5 wach, um halb 6 standen wir auf. Und irgendwie konnte sie auf einmal tagsüber wieder schlafen. Und das nicht nur kurze Nickerchen, sondern richtig lange. Und abends jetzt auch wieder etwas später ins Bett geht, so dass wir fast wieder im ursprünglichen Rhythmus sind.

Man sieht also, manchmal muss man einfach auf seinen Instinkt hören und manchmal muss man einfach durchhalten. Denn gerade, wenn die Kleinen mal wieder einen Sprung in ihrer Entwicklung machen, steht alles Kopf. Aber auch wirklich alles. Da bringt es gar nichts ungeduldig zu werden, zu schimpfen oder ähnliches. Natürlich ist es anstrengend und es gibt Tage, da möchte ich gar nicht aufstehen und schon gar nicht das Kind bespaßen (sie braucht viel Beschäftigung, wenn sie in einem Schub steckt). Aber ich beisse die Zähne zusammen. Manchmal kann mein Mann sie morgens nehmen und ich noch einen Moment liegen bleiben. Man kann sich also arrangieren. Letztendlich zählt nur eins: Durchhalten, Ruhe bewahren und vor allem Ruhe ausstrahlen. Gerade letzteres ist wichtig für die Kleinen. Denn wenn sie das Gefühl haben, etwas sei nicht in Ordnung, werden sie nur noch unruhiger.

Und, egal wie lange es dauert, egal wie anstrengend es ist: Irgendwann reguliert sich alles von allein. Ohne dass man daran rum manipulieren, dass Baby wach halten oder gar weinen lassen muss. Ein gewisses Grundvertrauen darin, dass alles wieder in seine Wege kommt, ist das, was man sich in diesen Momenten dringend bewahren sollte. Geh- und Atemmeditationen sind dafür im übrigen sehr hilfreich und ich kann es jedem Elternpaar nur nahe legen, sich diese kleinen Hilfsmittel zu nutze zu machen.

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