Hilfe, wir brauchen bald Schuhe…

Mein letzter Beitrag ist schon wieder zwei Wochen her. Kommt mir gar nicht so lange vor. In der letzten Woche habe ich mein Hexlein wieder zuhause gehabt. Am Montag hatte ich schon so ein Bauchgefühl. Montagabend hatte sie dann bereits leichte Temperatur. Dienstag war Feiertag, da war sie ohnehin daheim. Über den Tag hatte sie leichtes Fieber, also war klar, dass sie daheim bleibt. Allein schon, weil sie von der Krippe aus mindestens 24 Stunden Fieber frei sein muss. Irgendwie sagte mir mein Gefühl, dass ich sie lieber gleich für die gesamte Woche krank melde. Es stellte sich heraus, dass es eine gute Entscheidung war. Bis Dienstagabend dachte ich noch, es wären nur die Zähne und ein leichter Infekt. Mittwoch kletterte dann das Fieber jedoch bis ganz ganz knapp unter meine „Sorgengrenze“ von 40° C Grad. Alles darunter bereitet mir kein großes Kopfzerbrechen. Als das Gewitterhexlein nach einem sehr kurzen Mittagsschlaf wach wurde, fühlte sie sich schon sehr heiß an. Also habe ich Fieber gemessen und einen Schreck bekommen, als es direkt auf 38° C sprang und von dort kräftig weiter bis auf 39,99° C stieg. Ich sagte ja, ganz knapp unter der „Sorgengrenze“. Das hiess für mich ein genaues Auge auf mein Kind haben. Ich kuschelte mich mit ihr aufs Sofa. Sie wollte etwas essen, angeboten habe ich ihr Wurstbrot und Apfel. Wurst und Apfel hat sie etwas gemümmelt. Puh, das war schon mal gut. Dann wollte sie ihre Wasserflasche haben. Diese in ihren Händen kuschelte sie sich in meinen Arm und zeigte auf mein Tablet. Ich habe darauf ein Spiel mit einem Koikarpfen, der dorthin schwimmt, wo man drauf tippt (und, damit man den Teich vergrößern kann, zu Beute geführt werden muss). Ihr reichte es, den Fisch im Kreis schwimmen zu lassen, dabei Wasser zu trinken und bei mir im Arm zu liegen. Mit der Zeit konnte ich richtig spüren, wie das Fieber langsam wieder sank. Innerhalb nicht mal einer Stunde war es wieder auf 38,5° C gesunken. Puh, ich war erleichtert. Gleichzeitig wurde das Gewitterhexlein wieder lebhafter und begann wieder ein bisschen zu spielen. Am Donnerstag war alles durchgestanden, allerdings wäre es unsinnig gewesen, sie für einen Tag zu bringen, also blieb sie daheim. Sorgen machen, dass sie am Montag dann nicht in die Krippe will, musste ich mir erfahrungsgemäß nicht. Freitag wuselte sie munter durch die Gegend, schob ihr Bobby Car, den Lauflernwagen oder was auch immer sie zum Rumschieben fand.

Und dann…

lief sie auf einmal los. Nur ein kleines Stück von der Sofaecke zu mir, aber allein, ganz frei, kam sie angetapst. Von der Seite angeschlichen hat sie sich, sah sie erst nur aus dem Augenwinkel, denn ich saß selbst auf dem Boden. Ich war platt. Und hatte Tränen in den Augen vor Stolz. Spaßenshalber sagte ich zu ihr, sie könne jetzt ja ganz viel üben und dem Papa am Sonntag dann zeigen, wie toll sie laufen kann. Sonntag hatte mein Mann nämlich frei. Und, was tat sie am Sonntag? Lief einmal durchs Wohnzimmer. Meinem Mann konnte ich den Stolz (und die Tränchen) in dem Moment anhören, ich war selbst grad nicht im Zimmer.

Seitdem übt sie, aus dem Vierfüßler aufstehen und los laufen, sich hinstellen oder einfach nur laufen, nachdem sie sich irgendwo hochgezogen hat. Es wird alles durch die Gegend geschoben, was nur geht. Also beschäftige ich mich so langsam mit dem Thema Schuhe. Denn so wie ich mein Gewitterhexlein kenne, dauert es nicht mehr lange und sie will draussen laufen. Schuhe für Laufanfänger sind echt eine Wissenschaft für sich. Denn es wird viel als Lauflernschuh verkauft, was alles, aber nicht für Kleinkinderfüße geeignet ist. Am Wochenende werde ich mich also dem Fuß messen und nachzeichnen widmen und anschliessend in Ruhe umsehen, was uns so zusagt. Da es keine vernünftigen Geschäfte für Kinderschuhe im Ort gibt, werde ich wohl im Internet bestellen.

Von meinen Bewerbungen gibt es nichts neues. Ich bin eifrig dabei, bisher kamen Absagen oder gar nichts. Es sind ein paar Stellen dabei, die ich wirklich sehr sehr gern machen würde. Da hoffe ich sehr, dass es wenigstens ein Vorstellungsgespräch bei rum kommt. Und im Hinterkopf irgendwie immer noch die Selbstständigkeit.  In Gedanken nimmt vieles Formen an, was ich dann letztendlich wirklich umsetze, weiss ich noch nicht. Ich merke allerdings, dass mir die Verbindung zur Ernährung in alle Elementen wichtig ist. Ernährung macht in vieler Hinsicht so unglaublich viel aus und hat so große Auswirkungen auf viele Lebensbereiche. Ebenso wie die Achtsamkeit. Wie gesagt, eine grobe Idee habe ich im Kopf. Wie es noch genau Formen annehmen wird, wird sich zeigen.

Mein Buch habe ich auch nicht vergessen. Im Moment bin ich jedoch immer noch sehr damit beschäftigt in unseren neuen Tagesablauf rein zu kommen, so dass meine Kapazitäten eher gegen Null tendieren zur Zeit. Dazu kommt das Wetter, die Natur, die sich zur Ruhe begibt und ich dafür sehr empfänglich bin…Unsicherheiten und Änderungen sind nicht so richtig einfach zu meistern für mich. Aber ich muss da wohl durch. Es wird schon werden. Spätestens im Frühjahr, wenn wieder alles erwacht, wird es auch für mich vorwärts gehen.

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6 Gedanken zu „Hilfe, wir brauchen bald Schuhe…

  1. waehlefreude 11. November 2016 at 14:20

    Hallo.

    Wenn Kinder krank sind ist das immer so eine Sache. Doch diese Besserung und das Laufen nun; das ist wirklich toll! 🙂 Und alles Weitere, über das Du schreibst… Manche Dinge entwickeln sich ganz anders, als vermutet und oft ungeahnt besser.

    Liebe Grüße,
    Frank

    • Ilaina 11. November 2016 at 14:26

      Hallo Frank, ja kranke Kinder sind ein Thema für sich. Ich habe mir, nicht zuletzt auch durch den holperigen Start, angewöhnt mir mein Kind genau anzusehen. Deswegen auch diese recht hohe Grenze. So lange alles darunter bleibt, sie munter (wenn auch ruhiger) ist und vor allem trinkt (essen dazu ist freilich noch besser), sehe ich keinen Anlass für zu große Sorge. Obacht ist natürlich immer angebracht. Allerdings kenne ich mich selbst und auch ich fiebere gern mal kurz sehr hoch, hab dann meine Infekte auch überstanden.
      Ich habe erst vor kurzem die schöne Aussage gelesen, dass sich Geduld am besten in Zeiten der Ungeduld üben lässt. Das sollte ich vielleicht mal wieder mehr beherzigen.
      Liebe Grüße,
      Ilaina

  2. Ilaina 11. November 2016 at 14:47

    Ja, es ist toll. Einerseits kann ich es nicht erwarten, dass sie auch draussen laufen will. Es wäre schon eine Entlastung nicht immer zu tragen, auch wenn es schön und praktisch ist.
    Ich versuche mich zumindest um achtsames Gewahrsein beim zu Bett bringen, vor allem auch, weil sie natürlich grad sehr wuselig ist und sich selbst immer wieder hochputscht. Das achtsam sein hilft mir allerdings auch beim Runterfahren nach dem Tag, so haben wir beide was davon.

    • Judi Blue 11. November 2016 at 15:11

      Ja das hilft mir auch ungemein. Selbst wenn es nur ein paar Minuten sind, die man für sich hat.

  3. ysaid 12. November 2016 at 10:51

    Ich habe mich beim ersten Schuhkauf ziemlich dämlich angestellt. Tip der Verkäuferin: Man muss die Schuhe auf die Füße „schrauben“. Die Kleinen helfen ja noch in keinster Weise mit… Ansonsten: Klettverschluss spart viel Zeit.

    • Ilaina 12. November 2016 at 11:00

      Ein guter Schuh geht weit genug auf, dass man ihr nur drauf schieben muss. Mir ist vor allem eine dünne und weiche Sohle wichtig. Ob Schnürer oder Kletter wird sich dann zeigen. Allerdings hab ich eher selten Zeitdruck, von daher ist mir Zeitersparung nicht so wichtig.

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