Hausfrauen haben

den gleichen PAL-Wert wie Kellner oder Verkäufer. PAL bedeutet Physical Activity Level, sprich das Niveau der täglichen physischen Aktivität. Dieser Wert wird benötigt, um den Leistungsumsatz, also diejenige Energie, die zusätzlich zum Ruheumsatz vom Körper gebraucht wird, zu ermitteln. Der Ruheumsatz wiederum ist die Menge an Energie, die vom Körper im Ruhezustand gebraucht um quasi auf Betriebstemperatur zu bleiben. Ruheumsatz und Leistungsumsatz ergeben zusammen den Gesamtenergiebedarf. Ein kleiner Exkurs in die Theorie meiner Ausbildung.

Was ich sagen will, ist, Hausfrauen leisten körperliche Arbeit. Trotz der vielen technischen Hilfmsmittel heutzutage, ist diese Arbeit auf dem Niveau eines Verkäufers. Wie mag das wohl gewesen sein, als es das alles noch nicht gab? Oder Frauen, die arbeiten und Haushalt und Kind schmeissen? Es gibt nur noch eine höhere Stufe des PAL-Wertes, damit wären sie auf einem Niveau mit Bauarbeitern und anderen, die schwere physische Arbeit leisten. 

Also, Frauen, die den Haushalt schmeissen, sich um ihr Kind kümmern, leisten anstrengende körperliche Arbeit. Soviel zum Thema zuhause sitzen und nichts tun. 

Wenn also mal wieder jemand einen dummen Spruch macht, weil Ihr zuhause seid. Oder Euch gerade dieses extra leckere Stück Kuchen gönnen wollt, dann sagt ihm, was Ihr jeden Tag leistet. Sagt, wie anstrengend es ist, wieviel Energie es verbraucht. Wer es nicht glaubt, darf gern mal einen Tag tauschen. 

Comments

  1. Ich bewundere Hausfrauen und deshalb gefällt mir dein Beitrag dazu sehr gut. Das mit dem PAL-Wert wusste ich dagegen noch nicht.
    Das schwierige sind nicht die Arbeiten der Hausfrau, sondern deren Wert in der Gesellschaft. Die Gesellschaft nimmt an, dass diese nur daheim sitzen und „nichts machen“. Kindererziehung geht einfach von der Hand.

    Frauen mit Kindern haben es aber auch nicht in der Berufswelt einfach: wenn eine Frau Karriere macht und ihr Kind in die KITA steckt, dann ist sie eine schlechte Mutter. Wenn sie allerdings nur halbtags arbeitet, ist sie für das Berufsleben nicht hundertprozentig geeignet. Es gibt in dieser Sache nur ein schwarz und weiss.

    So oft habe ich auch gehört, dass eine Mutter nach drei Jahren richtig Schwierigkeiten hatte in das Berufsleben zurückzukehren, weil sie nur daheim gewesen ist.

    Ich finde das wirklich sehr schade und da sollte sich etwas ändern. Die Gesellschaft sollte eben auch Hausfrauen akzeptieren und deren Wert achten.
    Deshalb finde ich deinen Beitrag auch so wichtig.

    1. Als Mutter ist es immer schwer wieder ins Berufsleben zurück zu kehren, selbst wenn man einen unbefristeten Vertrag hat. Unsere Gesellschaft hat schlichtweg vergessen, dass es Kinder braucht, um als Gesellschaft weiterhin zu bestehen. Statt dessen wird es Müttern schwer gemacht, egal was sie machen, es kann nur falsch sein.
      Der Gedanke zu diesem Beitrag kam mir vor allem wegen dieses Beitrages https://marasgedanken.wordpress.com/2016/11/29/willst-du-den-ganzen-tag-zuhause-sitzen/.

  2. Ich betrachte mich gar nicht als „Hausfrau“ obwohl ich seit zwei Jahren zu Hause bin. „Hausfrau“ verbinde ich zu sehr mit Haushalt. Ist zwar Teil des ganzen aber in erster Linie ist man doch für die Kinder da. Ach, und ich esse so ca. 4000-5000ckal am Tag (stillend) und halte mein Gewicht.

    1. Ich meinte auch nicht nur Mütter, die zuhause, sondern auch Frauen, die zuhause bleiben. Diesen wird gern genauso unterstellt, dass sie nur rumsitzen. Dass es eine Menge Energie und Zeit kostet, aus einer Wohnung ein Heim zu machen.
      Die 4000-5000 kcal bezweifle ich, es sei denn, Du isst den ganzen Tag Chips und Schokolade und trinkst dazu Limo. Mit einer ansatzweise ausgewogener Ernährung kommst Du nicht auf solche Kalorien. Und wenn, hälst Du dann schnell Dein Gewicht nicht mehr.

      1. Keiner sagt, dass ich mich ausgewogen ernähre…. 😉 Frauen, die zu Hause bleiben um ein „Heim“ (für den Mann?)zu schaffen…Tja, das ist gesellschaftlich einfach nicht besonders relevant und erntet deshalb keine gesellschaftliche Anerkennung. Mag sein, dass sie nicht rumsitzen, aber weihnachtliche Türkranz, den sie zwei Stunden basteln ist einfach unwichtig. Die Abhängigkeit in die Frau sich da begibt, ist mir auch suspekt.

        1. Trotzdem bezweifle ich, dass Du die Menge an Kalorien zu Dir nimmst 😉 Ich lass mich gern durch eine Tagesliste eines besseren belehren.
          Warum wird immer Abhängigkeit unterstellt? Nur, weil jemand darin aufgeht, sich um den Haushalt zu kümmern? Oder, weil jemand gezwungen ist den Haushalt zu machen? Es ist als Frau nicht immer leicht in Arbeit zu bleiben, auch ohne Kind. Da hat man oft keine andere Wahl. Also nicht alles über einen Kamm scheren.
          Und ich spreche auch nicht vom Weihnachtskranz basteln, auch wenn es irgendwo dazu gehört.

          1. Es ist einfach keine Bevölkerungsgruppe, für die man jetzt in die Bresche springen muss. Es darf es ja geben, aber freiwillige Hausfrauen sind nicht benachteiligt, eher priviligiert Wenn es nicht frei gewählt ist, dann nennt man das arbeitslos und nicht Hausfrau. Dann muss man aber das Vorurteil bekämpfen, das Arbeitslose generell faul wären (was ich nicht denke). Aber das ist ja geschlechtsunabhängig. Abhängig? Wieviel Rente darf die Hausfrau denn erwarten? Bei Scheidung wird ihr auch kein hochqualifizierter Job winken…also ja, abhängig auf jeden Fall.

          2. Das ist generell ein Problem der Gesellschaft. Jeder, der „nicht arbeitet“ ist faul. Allerdings wird es nach meinem Empfinden bei Frauen besonders hervor gehoben. Sicher auch etwas, was mit der sogenannten Emanzipation entstanden ist (in meinen Augen ist die angebliche Gleichberechtigung keine Emanzipation, aber das ist ein anderes Thema). Und ich finde, man muss dabei wirklich differenzieren.

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