Das Metta Experiment – Tag 10

Übung 12: Meditation über Mitgefühl

Im Buch ist dies die 14. Übung, denn es werden noch zwei weitere Übungen, wie Liebende Güte ann alle Lebenwesen ausgesendet werden kann, vorgestellt. Diese habe ich jedoch noch nicht gemacht, auch wenn die Variationen sehr interessant klingen.

Es geht bei dieser Übung darum gezielt das Mitgefühl in uns zu vermehren. Hierzu wählen wir zum einen eine Person, die seelisch oder körperlich leidet, zum anderen einen Satz mit den wir aussenden wollen und der unser Mitgefühl ausdrückt. Wichtig ist es dabei den Sinn des Satzes tief zu empfinden. Auch kann es sein, dass man sich mit dem Wunsch nach beispielsweise Freiheit von Schmerzen nicht wohl fühlt und lieber um die liebende Akzeptanz von Schmerz bitten möchte. Deswegen sollte man vorher in Ruhe ausprobieren, welcher Satz oder Sätze einem am besten liegen und denen man sich am besten öffnen kann. Beispiele könnten sein: „Mögest Du frei sein von Schmerz und Kummer.“ oder „Mögest Du Frieden finden.“
Nachdem wir mit dem gewählten Satz Mitgefühl an eine leidende Person ausgesendet haben, können wir uns den Personen aus unseren metta Meditationen zuwenden: uns selbst, unserem Wohltäter oder Freund, der neutralen Person, der schwierigen Person und allen Lebenwesen. Es kann vorkommen, dass wir statt Mitgefühl Kummer oder Angst empfinden. Diese Gefühle sind natürlich und wir können diese akzeptieren, so wie sie sind. Wir atmen weiter und verankern uns über unseren Atem im gegenwärtigen Augenblick. Unter unserer Angst oder dem Kummer liegt im verborgenen das Gefühl des Einsseins mit allem Leben. Wir können über dieses Gefühl meditieren und uns daran erfreuen. Leiden gehört zum Leben dazu und niemand bleibt davon verschont. Indem wir die Mitgefühls-Meditation üben, ändern wir unsere Beziehung zum Leid, sei es unseres oder das anderer, und können diese läutern und verwandeln.

Eine leidende Person zu finden, war für mich nicht schwer. Mein Mann ist krank, im Grunde „nur“ erkältet. Allerdings ist seine Stimme weg und das macht ihm sehr zu schaffen. Er wollte seine Eltern nochmal besuchen, bevor unser Baby kommt und wollte dies am Wochenende tun. Ausserdem kann er so auch mit niemandem sprechen. Das frustriert ihn verständlicherweise sehr. Ich kenne das Gefühl zu gut. Es kommt einem vor, als könnte man sich überhaupt nicht verständlich machen und sich kein Gehör verschaffen. Ausserdem ist es unglaublich anstrengend nur im Flüsterton sprechen zu können.
Also sende ich ihm mein Mitgefühl während meiner Meditation. Natürlich stehe ich ihm auch im Alltag zur Seite, aber ich kann ihm das Unwohlsein nicht nehmen. Gegen die Entzündung im Hals muss sein Körper von allein ankommen. Mehr als ihn unterstützen, seelisch wie mit Ruhe und Hausmitteln, kann ich nicht tun.
Während meiner Meditation habe ich wiederum dieses leichte Druck-Kribbel-Gefühl auf meiner Stirn, aber auch am Hinterkopf und auf meinem Scheitel. Es fühlt sich an, als wären diese drei Stellen verbunden…ein Dreieck aus Energiepunkten. Die Gefühle sind nicht so stark, wie beim letzten Mal, aber doch da. Und das, obwohl ich gedanklich momentan nicht wirklich zur Ruhe komme. Doch ich spüre, dass mir diese intensive Form der Meditation gut tut und ich es sogar irgendwie vermisst habe.

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