achtsam Handeln, Achtsamkeit, Allgemein, Alltag, Baby, Kommunikation, Uncategorized

Da hat man doch auch irgendwann mal das Recht schreien zu lassen…(ist ja so schon alles anstrengend genug)

Nein, definitiv nicht. Niemand hat das Recht jemanden schreien zu lassen. Weder darf ein Baby schreiend in seinem Bett liegen gelassen werden, noch darf ein Kleinkind mit seinem Frust allein gelassen oder gemaßregelt werden. Und auch Erwachsene untereinander sollten achtsamer in ihrer Kommunikation sein, so, dass niemand das Bedürfnis hat, sich durch eine gesteigerte Lautstärke Gehör zu verschaffen. Denn wer schreit, hat nicht Unrecht, sondern wird einfach nicht gehört. Oder hat das Gefühl, nicht gehört zu werden. Schreien ist in jedem Alter die letzte Instanz, wenn es anders nicht mehr geht.

Und deswegen hat niemand, das Recht ein menschliches Wesen in dieser Situation allein zu lassen. Ein Baby hat ein Recht darauf, wenn es schreit, getröstet zu werden. Egal, wann, wo und wie oft es weint. Es hat keine andere Möglichkeit seinen Tag zu verarbeiten und zu äußern, wenn es etwas beschäftigt. Ein (Klein-)Kind hat ein Recht darauf, dass es ernst genommen wird, dass verstanden wird, warum es laut wird und es hat ein Recht darauf, dass ihm geholfen wird, zu artikulieren, was es zum schreien bringt. Und auch Teenager, junge Erwachsene und auch wir, die wir schon etwas länger mitten im Leben stehen, wir haben genauso das Recht, dass man uns zuhört. Dass man auf das achtet, was wir sagen, verbal und non-verbal. Dass man uns hört. Denn sonst müssen auch wir letztendlich zu dieser Instanz greifen und laut werden. Dies gilt in diesem Fall wohl gemerkt für die Kommunikation von Erwachsenen untereinander. Wenn Kinder angebrüllt werden, sind es, wenn wir mal genau darüber nachdenken, nicht die Kinder, die uns zum Schreien bringen, sondern wir selbst. Unser eigener Ärger, Ungeduld oder was auch immer uns gerade kratzt. Wären wir jedoch mehr in Achtsamkeit geübt, würde uns das bewusst werden. Und wären wir in Achtsamkeit geübt, dann würden wir im Weinen unseres Babies nicht die verlorenen Stunden mit dem Partner, die verlorenen Nächte sehen, sondern ein kleines Wesen, dass uns etwas sagen will und nicht kann. Und wir könnten nicht anders, als ihm dann zu verstehen zu geben: Ich bin da. Ich höre Dir zu. Ich bin immer da und wenn Du mich rufst, werde ich immer zu Dir eilen.

Wir alle haben ein Recht darauf zu lernen, wie wir mit Achtsamkeit unser Leben gestalten können. Jeder hat das Recht, dass ihm mit Achtsamkeit und Respekt begegnet wird.

Kommentar verfassen