Baby, Schwangerschaft

Blogparade – Was ist Geburt für Dich? #wasistgeburt

Tanja vom HerzBauchWerk ruft zu einer Blogparade zum Thema Geburt auf. Aber nicht einfach nur allgemein zu diesem Thema, nein, sie will es genau wissen: Was bedeutet Geburt für Dich?

Klingt ja erstmal easy. Aber wenn ich dann mal so genau hindenke, mich erinnere an die Geburt und wie sie war und wie es davor war und auch, wie ich mich darauf vorbereitet habe, dann ist klar, ganz so easy ist es dann doch nicht. Denn zu einer Geburtsvorbereitung gehört es auch, sich darüber klar zu werden, was dieses Erlebnis für einen selbst bedeutet. (Im übrigen etwas, was ich in vielen Geburtsvorbereitungskursen auf der Themenliste vermisst habe.) Während ich mich dann in den Achtsamkeitsübungen aus Nancy Bardackes Buch übte, begann ich automatisch mich auch mit der Geburt zu beschäftigen. Ich hatte einige Bücher zum Thema Geburtsvorbereitung da, unter anderem auch einen Kurs in Buchform, der inhaltlich wohl einem regulären Geburtsvorbereitungskurs entsprechen sollte. Die Vorbereitung in dieser Buchreihe beschränkte sich hauptsächlich auf den Umgang mit Schmerzen. Ja, Wehen sind nicht das angenehmste, vor allem nicht die Wehen der Eröffnungsphase. Diese sind verdammt nervig. Ja, sie können auch ziemlich weh tun (wobei ich denke, dass das Wehen eher vom wellenartigen Auftreten, als dem weh als Ausdruck für Schmerz kommt). Man muss sich natürlich bewusst sein, dass eine Geburt weh tun wird. Es ist ein enormer Kraftakt des Körpers und dauerhafte Anstrengungen sind nun mal schmerzhaft. Hier wird dann oft mit Schmerzgewöhnung angesetzt. Allerdings empfinde ich diese als einen sehr ungünstigen Ansatz. Denn im Kopf löst die Tatsache, dass man sich an diesen Schmerz gewöhnen muss, weil er sonst vielleicht nicht ertragbar ist, zwangsläufig Ängste aus. Angst ist allerdings selten ein wirklich guter Ratgeber. Und auch nehmen wir alles anders wahr, wenn wir eine durch Angst geprägte Wahrnehmung haben. Dazu kommt dann noch der Druck durch die gesellschaftliche Ansprüche und wir verstellen uns selbst den Weg dazu, uns unvoreingenommen mit dem Auseinander zu setzen, was da kommen mag. Wir verpassen die Chance, die Geburt als Transformation zu erleben. Ja, ich weiss, klingt nach Klischee-Ratgeber-Sprech. Ich meine das jedoch vollkommen ernst. Geburt ist eine Transformation. Sie ist nicht einfach nur eine Veränderung. Sie ist nicht nur der Gebärvorgang, Entbindung. Sie ist keine Prüfung, die bestanden werden muss (nach welchen Regeln auch immer). Sie ist auch kein nerviges und schmerzliches Ärgernis, dass man tunlichst umgehen möchte, aber nicht kann (irgendwie muss das Baby ja auf die Welt).

Nein, Geburt ist eine Transformation. Die Veränderungen, die wir als Eltern durchlaufen, sind so tief greifend, dass wir sie nie ganz erfassen werden können. Es ist mehr als die Wohnung kindersicher machen, eine Babyschale und einen Kinderwagen oder Tragetuch kaufen. Diese Veränderungen sind eine Chance. Eine Chance für uns mit unserem Leben nochmal neu zu starten. Alles auf Null setzen und durchstarten. Es ist die Chance unsere eigenen Wunden zu heilen, Wunden aus unserem Elternhaus, aus unserer Sozialisation, Wunden, die auf unserem Lebensweg entstanden sind. Die Geburt unseres Kindes ist der Moment, in dem unsere Welt aus den Fugen geraten und nie wieder so sein wird, wie vorher. Und das ist gut so.

Mir ist dies bei meinen Achtsamkeitsübungen langsam bewusst geworden. Dass ich ein Kind in mir trage, ist nicht einfach nur ein großartiger biologischer Vorgang, sondern meine Chance, meine Möglichkeit zur Transformation, mein Sprung ins kalte Wasser. Die Geburt meiner Tochter war ein unglaubliches Erlebnis, das mich tiefgreifend beeindruckt, beeinflusst und verändert hat. Bereits in der Schwangerschaft hat sich mir ein Weg aufgezeigt, den ich gehen kann. Die Geburt war mein Startschuss und jeder einzelne Tag ist eine Bestätigung, dass es der richtige Weg ist. Ja, er ist lang. Ja, ich habe Tiefphasen (gerade jetzt im Winter). Es ändert nichts an dem unbeirrbaren Gefühl, dass es nur SO gehen kann und nicht anders.

Bildquelle: geralt Pixabay

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