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Beziehung statt Erziehung 7 Tage Challenge – Halbzeit

Tag 4 – Lernen

Ein ganz wichtiges Thema, gerade weil heutzutage ja schon im Babyalter beginnt. Ich habe mir meine Gedanken schon mal an dieser  („frühkindliche Förderung“) und dieser  („Meilensteine“) Stelle dazu gemacht. Und nicht nur, dass es Unmengen an Angeboten an Kursen für Babies gibt, nein auch Krippen und Kindergärten sind heutzutage Bildungseinrichtungen, keine Einrichtung zur Betreuung von Kindern.

Ein Baby beginnt im Grunde zu lernen, sobald es auf die Welt kommt. Hierbei wird es, im Idealfall, von seinen Eltern begleitet. Seine Eltern vertrauen ihm und stärken durch das Vetrauen in ihr Baby oder Kind, die Bindung, die zwischen ihnen besteht. Denn beibringen, was unsere Kinder wirklich zum Leben benötigen, können wir gar nicht. Wir wissen ja gar nicht, was sie genau brauchen und vor allem wann sie was brauchen. Oder eben lernen wollen. Alle Babies beginnen irgendwann Sachen runter zu werfen und hinterher zu schauen. Sie stoßen Bälle an und schauen hinterher. Werfen Klötzchentürme um. Räumen Schränke und Wäschekörbe aus. Und so nervig es sein mag zum x-ten Mal den Wäschekorb im Kinderzimmer wieder einzuräumen, es ist ein so wichtiger Lernprozess für das Kind. Man muss natürlich auch das Baby oder Kind einfach machen lassen können und nicht korrigierend eingreifen. Wir haben, mehr intuitiv als das wir es beschlossen hätten, der kleinen Dame immer die Möglichkeit zu geben allein zu spielen, frei sozusagen, ohne Führung durch uns. Warum? Weil sie nur so das Lernen kann, was sie wirklich lernen will und braucht. Wir waren uns von Anfang an sicher, dass sie uns schon zeigen wird, wenn sie unsere Hilfe wünscht. Was das wiederum mit Beziehung zu tun hat? Im Grunde ist es ganz simpel: Gute Beziehungen basieren auf dem Vertrauen zueinander. Vertrauen kann man als Eltern frühzeitig beginnen aufzubauen, in dem man die Bedürfnisse seines Babies ernst nimmt und diese entsprechend erfüllt (dazu gehört auch, dem Baby die Möglichkeit zu geben sich auszuschimpfen, während man es im Arm hält und sanft mit ihm redet, anstatt immer einen Nuckel reinzustopfen. Nicht immer ist Weinen = Saugbedürfnis.). Hier bildet sich die Grundlage für die spätere Beziehung zwischen Eltern und Kind. Und je mehr ich meinem Baby und später meinem Kind die Möglichkeit einräume sich selbst auszuprobieren, entdeckt es nicht nur die Welt, sondern lernt sehr viel über sich selbst und über seine Eltern. Es lernt in sich selbst zu vertrauen, denn seine Eltern vertrauen ihm. Es lernt mit Frust um zu gehen, denn es erfährt, dass Fehler kein Versagen sind.

Fehlt diese Beziehung, dieses Vertrauen in jeder Art von Lehrform, dann kann das Ergebnis nicht sein, dass Wissen nah am Leben, sondern am Leben vorbei vermittelt wird. Dies geschieht häufig im regulären Frontalunterricht, denn es gibt nur wenige Lehrer, die sowohl zu ihrem Themenstoff, als auch zu den Schülern eine Beziehung aufbauen und dadurch ihr Wissen so vermitteln können, dass es einen Mehrwert für die Schüler hat. Freies Lernen und erfahren würde soviel Frust und Stress in der Schule ersparen.

Zum Abschluss, weil ich meine Gedanken an diesem Punkt auch noch gar nicht groß abschließen mag, verlinke ich ein Video von Michael Moore, auf das ich vor kurzem auf Facebook stieß. Im Grunde fasst es alles wichtige zusammen.

4 thoughts on “Beziehung statt Erziehung 7 Tage Challenge – Halbzeit

  1. hihi habe gerade dieses „ausweinen“ hinter mir 😉 irgendwie interessant, wenn das baby weint und man es einfach nur hält, schaukelt und tröstet und dann plötzlich-als wenn man einen schalter umlegt-hat es ausgeweint und ist wieder friedlich!

    zum thema förderung hab ich mir in der schwangerschaft schon auch gedanken gemacht, sogar bücher gelesen… für mich sind die aber irrelevant: wenn mein baby interesse zeigt, zb am mobile, dann lass ich es halt länger darunter liegen. so kann es lernen, ‚was‘ und ‚wann‘ es will und ich zwinge ihm nichts auf!
    auch montessori hab ich gelesen. im endeffekt bindet man das kind, nach seinen interessen und können, überall mit ein, was für mich eigentlich selbstverständlich ist!!
    greets cao

    1. Ja, man merkt ganz deutlich, dass die Mäuse über den Tag lamentieren. Am Anfang ist es echt schwer, weil man irgendwie gar nicht weiss, warum das Baby jetzt weint und dann, wenn man mal genauer drauf schaut merkt man, dass es eher Ausweinen ist.
      Ich hab mir zur Förderung laaaange Gedanken gemacht, hab bis vor kurzem mit mir gerungen, ob wir nicht doch Mutter-Vater-Kind-Turnen oder sowas machen sollten und dann einfach zu dem Schluss gekommen, der Sandkasten vorm Haus tut es auch. Und wenn sie sicher läuft, dann gehts auf den großen Spielplatz mit den anderen Kindern. Montessori hab ich mich zwar beschäftigt, aber letztendlich fasst sie in vielen Punkten einfach zusammen, was man eigentlich instinktiv macht (oder machen sollte). Lernen tun, denke ich, alle (gesunden) Kinder all das, was sich brauchen schon im Lauf der Kindheit. Sie haben immerhin genug Zeit dafür. Für mich bzw. uns war es von Anfang an selbstverständlich, dass sie überall eingebunden wird. Sie fordert es allerdings auch ein bzw. kommt dann einfach rüber in die Küche. So richtig faszinierend finde ich so diese kleinen Fähigkeiten, die sie so entwickeln und austesten, wenn die Kleinen so vor sich hin spielen.

      1. am anfang war ich selbst total verunsichert wenn mein baby „grundlos“ geweint hat! mittlerweile kann ich das weinen als ausdruck akzeptieren und ich denke, dadurch entspannt sich die lage auch enorm. am besten finde ich aber die allseits bekannte aussage:“das sind die 3monats koliken“… nein, unser hörnchen hat kein bauchweh, das wusste ich von anfang an aber irgendwie wissen es die anderen besser! pfff…

        genau, instinktiv ist das richtige wort. viele der ‚förderspiele‘ aus dem buch macht man ja sowieso, vielleicht in etwas anderer form. mit ein bisschen kreativität fallen einem da bestimmt selbst genug sachen ein. ich denke dem baby/kind mit ganz viel aufmerksamkeit und achtsamkeit gegenüberzutreten und es als ‚eigenständigen menschen‘ wahrzunehmen macht viel aus! dann fühlt es sich sicher und bestätigt und kann die welt selbst entdecken!
        greets cao

        1. Grad in Bezug auf die viel gerühmten Koliken gibt es mittlerweile einige Studien, dir zeigen, dass die Babies gar kein Bauchweh haben (keine Gase im Bauch etc.). Aber da sie sich manchmal so sehr winden, hat man es sich mit Bauchweh erklärt. Im Grunde machen sie nichts anderes als körperlich ausdrücken, was die kleine Seele bedrückt.

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