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Achtsame Einschlafbegleitung

Momentan ist es mal wieder soweit. Die Gewitterhexe hat es nicht einfach in den Schlaf zu finden, zumindest abends. Mittags ist es kein Problem, abends dann schon. Sie ist zwar nicht so enorm unruhig und zappelt rum, doch schläft sie auch nicht einfach ein. Sie will kuscheln, den Bauch gestreichelt bekommen, aber auch wieder nicht. Rollt sich an mich ran und dann doch wieder an die Wand, will meine Hand und dann doch wieder nicht. Ab Montag geht es mit der Tagesmutter los, ich gehe diesen Freitag das erste Mal wieder arbeiten. Ich bin selbst etwas nervös. Dass sich jetzt viel ändern wird und ich selbst unruhig bin, wird sie natürlich merken. Selbstverständlich bereiten wir sie auch vor, erzählen ihr, dass sie bald zu der Tagesmutter geht, dort mit anderen spielen kann. Dass ich in der Zeit arbeiten bin und wir den Nachmittag dann zusammen haben.

Da sie auch wieder anfängt Bananen zu essen, steckt aber vielleicht doch mehr dahinter, als nur diese Veränderungen, denn damit fängt sie immer an, wenn sie wächst. Letztendlich ist es natürlich egal, sie ist müde, möchte gern schlafen, findet aber nicht in den Schlaf. Nun will ich abends gern noch etwas Zeit für mich haben, eventuell noch ein bisschen an meinen Kursen arbeiten oder auch einfach nur etwas Berieselung auf dem Sofa.

Also stoßen unsere Bedürfnisse an diesem Punkt aneinander, sie will Nähe, ich möchte gern ein wenig Zeit für mich. Was tun? Sie wird nicht schneller schlafen, wenn ich anfange zu schimpfen oder unruhig zu werden oder vielleicht sogar einfach raus gehe und die Tür zu mache. Ich kann auch von einem zweijährigen Kind nicht verlangen, dass es versteht, dass der Tag für mich so auch anstrengend ist. Es ist ja selbst noch total mit Lernen beschäftigt. Natürlich lernt sie im Alltag, dass man manchmal Kompromisse eingehen muss, beim Schlafen ist mir ein guter Nachtschlaf für sie wichtiger, als auf dem Sofa liegen. Für mich bedeutet das, den Kompromiss einzugehen und ihrem Bedürfnis den Vorrang zu geben.

Dafür muss ich erstmal in mir selbst Ruhe schaffen. Dazu konzentriere ich mich auf meinen Atem. Diesen lasse ich ruhig fliessen und spüre einfach hin, wie er durch meinen Körper fliesst. Aufkommende Gedanken lasse ich weiter ziehen. Das mache ich so lange, bis ich mich innerlich eine tiefe Ruhe spüre. Dann stelle ich mir vor, dass ich die Ruhe nach aussen trage. Unruhe einatmen, Ruhe ausatmen. Besonders, wenn sie dann meine Hand auf ihrem Bauch haben möchte, nutze ich dies als Verbindung zu ihr, um ihr Ruhe zu senden. Das langsame und ruhige Atmen spürt und hört sie und kann so auch ihren Weg in die Ruhe finden. Manchmal atmet sie sogar ein wenig mit. Dann kann ich am deutlichsten spüren, wie sie dadurch ruhiger wird. Und sie wird es auch merken, sonst würde sie es nicht machen.

Das Gute daran, sich auf den Atem und damit nur auf diesen Moment zu konzentrieren, ist auch, dass man nicht dauernd darüber nachdenkt, wie viel Zeit jetzt „verloren“ geht und was man alles verpasst. Und nicht selten ist dann wesentlich weniger Zeit vergangen ist, als gedacht.

Mehr Tipps für einen achtsamen Alltag findet Ihr in meinem Buch.

 

Bildquelle Pixabay/Prawny

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