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Abnabeln, Loslassen – ein sicherer Hafen bleibt

Es ist nicht leicht, als so ein kleines verletzliches Wesen diese Welt zu betreten. Aus der Geborgenheit und Wärme der Gebärmutter hinaus in die Welt geboren, findet die erste Abnabelung, nämlich die physische durch die Durchtrennung der Nabelschnur, bereits wenige Minuten nach der Geburt, statt. Mutter und Kind, bis zu diesem Moment in Symbiose verbunden, müssen sich nun wieder neu auf seelischer Ebene verbinden. Und noch während diese Verbindung sich neu formt und wächst, kommen immer wieder Momente des Loslassens. Momente die Schritte in zwei Richtungen sind: ein Schritt des Kindes in die Welt hinein und ein Schritt rückwärts der Mutter, die ihr Kind seinen Schritt machen lässt und es nicht aufhält. Dieses Loslassen, das vorwärts wollen und vorwärts lassen, ist elementar wichtig, für diese neue Bindung zwischen Mutter und Kind. Das Kind spürt das Vertrauen der Mutter und lernt so sich selbst zu vertrauen. Und gleichzeitig weiss es auch, dass es immer einen sicheren Hafen geben wird: Mamas Brust, später dann Mamas Arme. Dadurch, dass beide in dieser Beziehung aufeinander vertrauen, kann in den Momenten, die im ersten Augenblick weh tun und sicher beiden schwer fallen, eine tiefere Bindung entstehen. Nichts verbindet mehr als Liebe und Vertrauen. Beides wächst, wenn man sich selbst die Zeit und Ruhe dafür gibt. Und wenn man in diesen Momenten versteht, dass nicht etwas endet, sondern etwas neues beginnt.

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