5. des Monats – WMDEDGT? – Tagebuchbloggen

Es ist der 5. des Monats und wieder Zeit für die Frage aller Fragen: Was machst Du eigentlich den ganzen Tag? Ins Leben gerufen hat diese Aktion Frau Brüllen, dort gibt es noch viel mehr tolle Alltagsgeschichten.

Ich kleiner Cheater verblogge mal ganz frech unseren gestrigen Tag. Sonntags ist hier nicht viel los, typischer Fußball-Sonntag, da gibts nichts zu berichten (und ein Beitrag wäre für Euch einfach nur mörderlangweilig). Und gestern, da haben wir das schöne Wetter ausgenutzt und waren im Zoo. Aber von vorn.

Der Tag beginnt um 6:30, die Gewitterhexe hat tatsächlich mal länger als bis 5 geschlafen (obwohl sie sonst nach dem frühstmorgens Stillen nicht nochmal so lange schläft). In der Früh hatte sie sich heiß angefühlt, das schien sich durchs nochmalige Einschlafen gelegt zu haben. Mein Mann steht mit ihr auf, ich darf noch liegen bleiben. So lange er (zwangsläufig) daheim ist, nutze ich den Luxus. Ich darf grad sowieso nichts machen, nur der Papa (ausser Stillen und nachts zum Ankuscheln bereit liegen 😉 ). In absehbarer Zeit wird er wieder unmögliche Schichten haben, da nutze ich die Ruhe, die ich bekommen kann.

Gegen 8 Uhr betreibe ich weiter Ursachenforschung für das Knarzen der Nähmaschine und reinige sie dabei. Das Knarzen lässt sich dadurch nicht beheben. Dafür befördere ich einiges hiervon aus der Maschine:

Und das, obwohl ich sie jedes Mal sauber mache, wenn ich fusseligen Stoff verarbeitet habe. Mehr kann ich allerdings erstmal nicht machen, denn die Gewitterhexe findet obermegaspannend, was ich da treibe. Eine Nähmaschine ist allerdings nichts für ein knapp 20 Monate altes Kleinkind. Also alles wieder abdecken. Gefrühstückt habe ich noch nicht, mein Mann ist aber schon dabei Brote zu machen und wir überlegen, was wir heute unternehmen, denn es sind Plusgrade und die Sonne kommt raus. Da wir schon lange nicht mehr im Zoo waren, entscheiden wir uns dorthin zu fahren. Nach dem Essen bereite ich also Proviant vor (dann muss man nichts von den überteuerten Sachen dort kaufen) und verstaue alles im Rucksack:

Gurke-Schinken-Mayo-Sandwiches

Gurke-Salami-Mayo-Sandwiches

Manduca

Grießbrei und Früchteriegel, sowie ein Keks (Pickupstyle) für die Gewitterhexe

Teeschorle für uns Erwachsene

Wasser für die Hexe

Wickelkram

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Die Manduca habe ich nur zur Sicherheit dabei, sollte der anmietbare Bollerwagen der Hexe nicht zusagen. Sie war bisher kein Fan vom Gefahren-werden (Buggy ist nach wie vor verhasst). Wir fahren so etwa viertel vor 10 los. Im Auto spielt sie mit ihrem Teddy und ihrem Tablet (ja, wir Rabeneltern haben tatsächlich Elektrospielzeug für unser Kind). Im Zoo nehmen wir erst einen normalen Bollerwagen, stellen dann aber fest, dass es auch welche mit Sitzen gibt. Findet auch die Hexe besser.

 Gleich als erstes landen wir bei den Löwen. Eine der beiden Löwendamen ist offenbar noch müde und liegt in der Gegend herum. Die andere hat eindeutig Hunger und steht vor der Türe, durch die sie den Pfleger mit dem Futter erwartet. Die Gewitterhexe kennt keine Angst, obwohl sie den Löwen grad mal bis zur Schnauze reicht. Da die eine Löwendame doch sehr unruhig ist und zu giftig (oder hungrig) zur Hexe an der Scheibe schaut, nehme ich mein Kind lieber beiseite. Nicht, dass noch irgendwer auf dumme Gedanken kommt.

Die Fenneks schlafen auch noch. Also geht es weiter. Affen sind nicht so richtig interessant, zumindest die Paviane nicht. Dafür aber Vögel. Wir können einige, sowohl innerhalb, als auch ausserhalb von Gehegen, beim Sammeln von Nistmaterial beobachten. Das findet die Gewitterhexe super spannend. Und hält tatsächlich mal gefühlte 5 Minuten still.

Besonders spannend ist es allerdings der Tierpflegerin beim Reinigen eines Geheges (eine Volaire ist ja so gesehen nicht) zu beobachten. Das findet sie richtig toll. Danach gehtes dann weiter durch den Zoo. Sie will immer mal wieder aus dem Wagen raus und selbst laufen. Dann flitzt sie durch die Gegend, dass man manchmal Mühe hat hinterher zu kommen. Blöderweise habe ich der Hexe zwar an sich den Temperaturen passende Schuhe angezogen, aber nicht bedacht, dass überall noch Pfützen sind. Turnschuhe halten nicht so wirklich gut Wasser ab und ich habe nichts zum Wechseln dabei, so dass wir sie immer wieder um die Pfützen herum leiten müssen. Die Hexe ist logisch nicht begeistert, Aufstände gibt es deswegen nicht. Dafür einen Sturz aus dem Bollerwagen, der allerdings glimpflich verlief. Zur „Halbzeit“ gegen 12 Uhr gönnen wir uns einen Kaffee und verspeisen unseren Proviant. Die Gewitterhexe aß von allem etwas: Salami-Sandwich, Fruchtriegel, Keks. Richtig cool findet sie, dass sie auf einem „Erwachsenen“-Stuhl sitzen darf und nicht bei einem von uns auf dem Schoß.

Frisch gestärkt geht es auf den Spielplatz. Dort tobt sich mein Kind nach Herzenslust aus. Vorzugsweise auf den Knien im Schmutz. Wer braucht schon Spielgeräte, wenn man Steinchen und nasse Blätter hat? Sie sieht danach entsprechend aus. Herrlich. Wir lassen sie herum wuseln, wie sie will, sie blieb ohnehin in unserem Blickfeld. Die Blicke der anderen Eltern, die von Spielgerät zu Spielgerät miteilten – unbezahlbar.

Als wir dann weiter wollen, Gewitterhexlein ließ sich bereitwillig von mir zum Bollerwagen tragen, lassen wir sie, ganz Rabenelternstyle, mit verdreckten Fingern ihren Keks weiter essen. Yeay. Habe ich erwähnt, dass mein Kind eine Menge Spaß hat? Es folgte der Besuch des Schimpansenhauses. Einer der Schimpansen sitzt draussen, als hätte ihn jemand raus geworfen. Ob er wohl Stress mit seinen Weibchen hat 😉 ?

 

 

 

 

 

Und während mein Mann und die Gewitterhexe drinnen die Affen bewundern, widme ich mich im Türbereich dreier Tierchen, an denen irgendwie alle vorbei rennen…nur doof, wenn man sich dann die Namen nicht merkt: Ich meine, es wären eine Zwergrüssel(spring)maus, ein Streifenbasilisk und eine Krötenart. Das kommt davon, wenn man der felsenfesten Überzeugung ist: Bis zuhause merke ich mir das! Nix. Siebhirn. Oder schlechtes Ablagesystem. Egal, es folgte noch der Tiger, dann war irgendwie klar, die Hexe ist müde. War dann auch schon halb 2. Also zurück zum Haupteingang, Bollerwagen abgeben und zum Auto. Das Hexlein spielt noch kurz im Auto, dann schläft sie ein. Zuhause schnell hochtragen und so wie sie ist ins Bett.

Mit dreckiger Hose (Schuhe habe ich ihr im Auto ausgezogen). Während sie noch etwas Mittagsschlaf macht, gehe ich weiter auf Fehlersuche bei meiner Nähmaschine. Google bringt mich auf die Fährte: Spulenkapsel. Es kam wohl schon vor, dass diese nach einer verbogenen eine Delle hatten und schleiften. Also Spulenkapsel ausgebaut, Maschine an, schleift immer noch. Das Loch in der Kapsel war also nicht Schuld. Hm. Da schaue ich dann nochmal genauer hin und denke: Hm, irgendwie sieht die Nadel komisch aus. Nadel raus genommen: verbogen. Echt jetzt? Ich suche eine andere Nadel raus, die definitiv gerade ist und setze sie ein. Nähmaschine an, kurz das Pedal bedient. Kein Schleifen. Es kann so einfach sein. Aber auf die Idee kommt man halt nicht, wenn man gerade erst die Nadel gewechselt hat, nicht wahr? 

Heißt, ich kann dann am Montag, ich erwähnte Wäsche und Fußball, die Tragen oder zumindest eine Trage fertig nähen. Nachdem wir den CD Player, den wir diesen Montag gekauft haben umgetauscht haben. Der verweigert nämlich schon wieder den Dienst. Und das, obwohl angeblich extra für Kinder produziert. Blöde, weil das Gewitterhexlein so gerne Musik hört.

Mein Mann macht Burger, die Gewitterhexe wird nach nur einer Stunde Schlaf wieder wach. Grund: Hunger. Ein bisschen kuscheln, essen, meckern, stillen, noch mehr essen und dann geht es ihr irgendwann wieder gut. Wir schauen Fußball, spielen mit ihr. Irgendwann will sie duschen, also geht mein Mann mit ihr und wäscht dann gleich die Haare mit. Dann flitzt sie im Bademantel durch die Gegend. Immer wieder mal will sie auf die Toilette oder ihr Töpfchen, einmal hat es bisher geklappt. Ansonsten fehlt noch etwas die Geduld zum sitzen bleiben. Egal. Dann kommt es halt so, bei Fliesen ist das schnell weg gewischt. So richtig kann sie sich mit den Windelslips auch nicht (obwohl sie die super runterziehen kann). Schwierig und spannend zugleich.

Um viertel nach 17 Uhr ist sie dann doch total müde und wird vom Papa ins Bett gebracht. Darf nur er, wen er da ist. Als sie dann schläft, unser übliches Restprogramm für normale Samstage: Fußball/Simpsons (je nachdem, was interessanter ist). Ich schaue noch nach ein paar Stellen. Wir gehen zur Zeit beide recht früh zu Bett, so dass spätestens 21:30 Uhr generell das Licht aus ist.

Der Ausflug hat uns allen gut getan. Die Hexe hat sich ausgepowert, wir konnten zumindest geistig neue Energie schöpfen. Und nun mal sehen, was die neue Woche so bringt.

 

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